VBE: Immer weniger wollen Rektor werden
"In der Kirche ist es schon immer öfters so, dass ein Pfarrer zwei Gemeinden betreuen muss. Muss diese Praxis bald auch bei den Schulen des Landes eingeführt werde?", fragt man sich beim Verband Bildung und Erziehung Baden-Württemberg (VBE).
28.12.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergIn den nächsten Jahren werden die Schulen wegen anstehender Pensionierungen viele neue Rektoren und Stellvertreter benötigen, dabei sei es bereits heute sehr schwer, genügend Lehrer für Leitungsaufgaben zu gewinnen, sorgt sich der VBE. Immer weniger Pädagogen wollen selber Chef werden. Die Schulaufsicht suche oft händeringend nach geeignetem Personal. Das spreche nicht gerade für die Attraktivität eines Leitungsamtes und steigere nicht unbedingt die Qualität der Schulen.
Die zunehmende Arbeitsbelastung der Rektoren sei nicht gut für die Schulen. Die Stundenermäßigungen für Schulleitungen orientierten sich zurzeit an der Zahl der Klassen. Durch zurückgehende Klassenzahlen nehmen die Anrechnungsstunden zwangsläufig ab, obwohl die Arbeit mehr werde. Die Belastungen nehmen weiter zu, wenn sich unter dem wohl klingenden Begriff "operativ eigenständige Schule" Schulen in kleinere Wirtschaftsbetriebe verwandeln und Rektoren zu "Manager" werden, befürchtet der VBE.
"Schulleitungen brauchen Unterstützung durch Politik und Kultusverwaltung", fordert VBE-Landeschef Rudolf Karg, "denn sie können unter den derzeitigen Arbeitsbedingungen ihre Aufgaben nicht mehr so erfüllen, wie es notwendig und für die Schulen gut wäre." Schon gar nicht könnten die Rektoren unter den aktuellen Bedingungen dem Anspruch des ´Motors der Schulentwicklung´, des Impulsgebers, des Teamentwicklers oder des innovativen Gestalters gerecht werden.
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