VBE lehnt Fächerverbünde im musischen Bereich ab: Geist, Körper und Seele verstärkt fördern
Die Einheit von Körper, Seele und Geist muss für Bildung und Erziehung junger Menschen im Gleichklang stehen, um eine gesunde Entwicklung zu fördern . Davon ist die Referatsleiterin Grundschule des VBE Südbaden, Ingrid Furrer, überzeugt. Mit diesen Worten weist sie auf eine schwindende Bedeutung der musischen Fächer und des Sports im Vergleich zu einer zunehmenden Bedeutung bildschirmorientierter Lernformen hin. Ohne das Arbeiten am PC zu verteufeln fordert Furrer dennoch bereits ab dem Kindergartenalter eine breitere sportliche Betätigung, sowie die verstärkte Vermittlung musischen Rüstzeugs. Die gezielte Förderung der frühkindlichen Bildung auch in diesen Bereichen sei eine der vordringlichen Aufgaben, der sich Kindertagesstätten und Schulen, ja unsere gesamte Gesellschaft stellen müsse.
13.02.2009 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergDafür sei es zunächst einmal wichtig, die Erzieherinnen und Lehrkräfte in ihrer Ausbildung besser mit den notwendigen Grundlagen auszustatten, ist die VBE-Referatsleiterin überzeugt. Nicht alle Eltern sind in der Lage, ihren Kindern wichtige Erfahrungen wie Spaziergänge und Wanderungen, Handarbeiten und Basteln, häusliches Instrumentalspiel oder den Besuch von Ausstellungen und Konzerten zu bieten, um das Interesse der Kinder zufriedenstellend zu fördern. Schulkinder lieben die Fächer, die diese Bereiche abdecken. Hier geht es nicht vorrangig um das Erlernen der Kulturtechniken rechnen, schreiben und lesen, sondern sie selbst als Kind spielen eine wichtige Rolle. Im Sportunterricht können quirlige und motorisch begabte Kinder ihrem Bewegungsdrang nachkommen und ihre körperlichen Fähigkeiten mit anderen messen.
Im Musikunterricht steht das Singen, Musik und Bewegung sowie die Gehörbildung und Instrumentalspiel im Vordergrund. Und im Kunstunterricht verwirklichen sich oft Schüler bildnerisch und gestalterisch, die in den bereits genannten Fächern weniger gut entwickelte Fähigkeiten haben. Durch das Zusammenwerfen der drei Fachbereiche zu einem Fächerverbund werden die individuellen Stärken des einzelnen Schülers nicht gewürdigt. Im Gegenteil, das jeweils schwächere Fachgebiet sorgt dafür, dass die zusammengemischte Note den Kindern eine positive Rückmeldung im Bereich ihrer Stärken nimmt, da die wirklich guten Leistungen in einer zusammengemischten Note untergehen. Um diesen Missstand aufzuheben, und Schüler wieder für ihre differenzierten Fähigkeiten im musisch-ästhetischen Bereich zu begeistern, fordert der VBE in Grund- und Hauptschulen Baden-Württembergs die sofortige Auflösung der musischen Fächerverbünde zu Gunsten der Wiedereinführung von Musik, Bildender Kunst und Textiles Werken.
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