VBE: Müssen die neuen Referendare den Vorbereitungsdienst mit der Gewissheit beginnen, danach wohl auf der Straße zu stehen?
Jetzt, zum 1. Februar, beginnt eine immense Zahl erfolgreicher Hochschulabsolventen den Vorbereitungsdienst an Ausbildungsschulen und in den Seminaren für Didaktik und Lehrerbildung. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) wünscht den neuen Lehreranwärtern nicht nur einen optimalen Abschluss nach 18 Monaten Referendariat, sondern vor allem einen guten Anschluss - durch Übernahme in den Schuldienst des Landes.
29.01.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergBeim letzten Durchgang 2007 erlebte die Mehrzahl der erfolgreich ausgebildeten Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschullehrkräfte eine unerwartete, herbe Enttäuschung, da ihnen nach der Prüfung die Schultüre vor der Nase zugeschlagen worden war - trotz eines guten oder sehr guten zweiten Staatsexamens. So fanden vier von fünf der wirklich qualifiziert ausgebildeten GHS-Pädagogen in Baden-Württemberg zunächst keine Anstellung. Etliche wanderten deshalb in benachbarte Bundesländer, ins Ausland oder in den Privatschuldienst ab, was zur Folge hatte, dass die offizielle Lehrerliste für befristete Krankheitsvertretungen im Land mittlerweile fast vollständig "abgegrast" ist und für die Schulen nun händeringend nach geeignetem Personal gesucht werden muss. Nach über fünfjähriger Ausbildung standen da zu viele junge Pädagogen vor einem Scherbenhaufen, wo doch deren Berufslaufbahn erst anfangen sollte. Sie sind nicht übernommen worden, obwohl spürbar Lehrer an den Schulen fehlen, was angesichts übervoller Klassen und häufigen Unterrichtsausfalls nicht nur Eltern mit zunehmender Wut nicht mehr klaglos hinnehmen wollen.
"Dieses Desaster vom letzten Durchgang darf sich beim neuen Ausbildungskurs keinesfalls mehr wiederholen", wendet sich VBE-Chef Rudolf Karg in aller Deutlichkeit an die Adresse des Kultusministeriums und fordert die Behörden auf, zum einen den Lehreranwärtern reinen Wein einzuschenken, was ihre berufliche Perspektive betrifft, und außerdem den Schulen so viele neue Stellen zuzuweisen, dass ein an den gesellschaftlichen Veränderungen orientierter moderner Unterricht ermöglicht werden könne. "Für mehr Ganztagesschulen, für kleinere Klassen und Fördergruppen, für Krankheitsvertretungen und für eine an der Zukunft ausgerichteten Schulentwicklung benötigen die Schulen deutlich mehr und nicht weniger Lehrerstundenzuweisungen und damit mehr Pädagogen", moniert Karg.
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