VBE: Schulen benötigen mehr Unterstützung von außen
Nach Auffassung des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg benötigen die Schulen zur Bewältigung des Bildungs- und Erziehungsauftrages mehr denn je Unterstützung von außen: durch Eltern, Gesellschaft, Politik und Wissenschaft. Dabei darf der eigentliche Bildungsauftrag der Schule nicht permanent durch zusätzliche Aufgaben erweitert werden, mit Aufgaben, die sowieso nur ganz selten innerhalb des Unterrichts gelöst werden können. Schulen schaffen es nicht, Probleme aufzuarbeiten, für die die Gesellschaft selber noch keine Lösung hat. Der eigentliche Arbeitsschwerpunkt der Lehrer muss wieder das Unterrichten sein.
20.09.2010 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergDie Schulen benötigen nach Meinung des VBE zur Erfüllung ihres Auftrages heute mehr zusätzliche Hilfen von außen als früher, vor allem, wenn die pädagogischen "Bordmittel" vor Ort nicht ausreichen. Diese Hilfe kann unter anderem von Schulsozialabeitern, Beratungslehrern, Therapeuten, Psychologen, Ärzten oder von der Jugendhilfe kommen. Auch die Eltern sollten mit im Boot sein.
Erziehender Unterricht ist heute nötiger denn je, aber die Erziehung – zuvörderst Recht und Pflicht der Eltern - darf nicht beherrschender Stundeninhalt sein. Unterricht muss Unterricht bleiben und sollte nicht zu einer Art Gruppentherapiestunde umfunktioniert werden, wie es immer häufiger aus der Not heraus praktiziert werden muss - und zwar über alle Schularten hinweg.
Der VBE verwahrt sich vehement gegen Tendenzen, das Schulwesen nach marktwirtschaftlichen Grundsätzen auszurichten. Schüler und Lehrer sind keine Maschinen, die rund um die Uhr Volllast gefahren werden können. Sie benötigen Phasen der Besinnung, der Ruhe und Regeneration. Permanenter Druck auf Lehrkräfte und Schüler verbessert keinesfalls die Leistungsfähigkeit der in der Schule Arbeitenden. "Verwertbarkeit" ist ein Begriff, der im Interesse aller in der Schule niemals zum Leitmotiv werden sollte.
Eine Bildungspolitik, bei der die Ausgaben grundsätzlich als Unkostenposten und nicht als Investition in die Zukunft der Gesellschaft angesehen werden, verschärft die soziale Selektion und läuft den Integrationsbemühungen der Schulen zuwider.
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