VBE: Schulleiter durch Entlastungen weiter stärken
Die Stärkung der einzelnen Schule vor Ort erfordert mittlerweile ein völlig neues Anforderungsprofil für Rektoren und deren Stellvertreter, behauptet Gerhard Brand, Landesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg. Die letzte Erhöhung der Anrechnung für Leitungszeit war ein Schritt in die richtige Richtung, fiel aber für die spürbar mehr gewordenen Schulleitungsaufgaben viel zu niedrig aus.
09.03.2011 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergDer VBE ist der Auffassung, dass sich das Berufsbild "Schulleiter" deutlicher von dem des Lehrers absetzen muss. "Rektoren sind keine Lehrer, die so nebenher ein bisschen Schule leiten", versichert Brand. Rektoren benötigen neben einer soliden Aus- und Fortbildung in Personal- und Haushaltsführung, Qualitätssicherung und Organisationsmanagement einen angemessenen Zeitrahmen für ihre originären Schulleitungsaufgaben. Um die innere Schulentwicklung im notwendigen Umfang voranzutreiben und die permanent wachsenden Aufgaben im pädagogischen und administrativen Bereich erledigen zu können, muss die Unterrichtsverpflichtung der Schulleiter weiter reduziert werden. Wenn das Kultusministerium auf die jüngste Erhöhung der Leitungszeit um zwanzig Prozent verweist, klingt das in absoluten Zahlen ausgedrückt weit weniger spektakulär: Rektoren kleinerer Schulen müssen nun eine Stunde weniger unterrichten, die sie für die umfangreicheren Schulleitungsaufgaben verwenden dürfen.
Jede Schule benötigt unabhängig von der Schulform und –größe neben dem Schulleiter mindestens einen ständigen Vertreter (Konrektor) sowie eine ausreichende Versorgung mit Sekretärinnenstunden. In kleineren Schulen gibt es häufig keinen Konrektor, und meist muss der Schulleiter auch noch nebenher die Aufgaben des Hausmeisters und der Schulsekretärin übernehmen. Das spreche zwar für die Vielseitigkeit des Rektors als Mädchen für alles, sei aber keinesfalls professionell, moniert der VBE-Chef.
Wer nicht will, dass die "Motoren unserer Schulkultur", wie Schulleiter und Konrektoren bei Amtseinführungen, Jubiläen oder Verabschiedungen gerne bezeichnet werden, zu stottern beginnen oder ganz auszusetzen drohen, müsse dafür sorgen, dass sie nicht durch permanent zu hohe "Drehzahlen" Schaden nehmen, warnt Brand Gute Schulen benötigten gesunde Schulleitungen.
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