VBE: Sportunterricht weiter in der Grauzone!
"Am Montag fängt das neue Halbjahr an – und noch immer wissen die Schulen nicht, wie sie mit dem neuen Erlass für den Schulsport umgehen sollen", bemängelt Udo Beckmann, der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung die Informationspolitik des Schulministeriums.
30.01.2015 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW"Das Schulministerium schweigt sich weiter aus, wie die im Erlass beschriebenen Qualifikationsvoraussetzungen zu interpretieren sind. Auf der Homepage des Ministeriums steht hierzu seit über einer Woche* zu lesen: ´Die Fragen zu den fachlichen Voraussetzungen für den Sportunterricht und für außerunterrichtliche Schulsportangebote werden auf Wunsch konkretisiert sowie ergänzt und erscheinen hier in den nächsten Tagen.` Die Schulen und somit vor allem die Schulleitungen so im Regen stehen zu lassen, ist schlichtweg unverantwortlich."
"Wenn das MSW bis morgen (Freitag) nicht für die dringend benötigte Rechtssicherheit sorgt, werden wir den Schulen raten, im Zweifelsfall lieber auf Schulsport zu verzichten anstatt sich in eine rechtliche Grauzone zu begeben", macht Beckmann klar. Schulleitungen müssten bei der Planung der Unterrichtsstunden klare Vorgaben haben, ansonsten könnten im schlimmsten Fall Rechtsfolgen und Haftungsansprüche auf sie und ihre Schule zukommen.
Der VBE hatte in den vergangenen Wochen das Ministerium mehrfach darauf hingewiesen, dass die Auslegungen des Schulministeriums zum Erlass Sicherheitsförderung im Sportunterricht dazu führen würden, dass vor allem an Grund-, Förder- und Hauptschulen der Sportunterricht zum großen Teil zum Erliegen kommen wird. Das Ministerium hat daraufhin die eigenen Interpretationen (FAQ) zum Bereich fachliche Voraussetzung aus dem Netz genommen und baldige Klarstellung zugesagt. Dass dies bis heute nicht geschehen ist, lässt vermuten, dass das Ministerium nicht weiß, wie es aus der selbst verursachten Misere herauskommen soll. Das ist umso tragischer vor dem Hintergrund, dass die Schulleitungen diesen Erlass spätestens bei der Gestaltung des Stundenplans für das 2. Schulhalbjahr, das am kommenden Montag beginnt, umsetzen müssen.
"Ich fordere die Ministerin auf, den Erlass zurückzuziehen und so zu überarbeiten, dass er für die Schulen handhabbar ist und den Sportunterricht an den Schulen nicht weitgehend zum Erliegen bringt. Es gibt keinen Grund für eine übereilte Umsetzung. Der Erlass zur Sicherheitsförderung im Schulsport hat bisher nur eines erreicht: Verunsicherung", so Beckmann.
*Anm. Stand Donnerstag, 29.01.2015, 12:30 Uhr
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