VBE: Über fünf Jahre Pädagogenausbildung für Nichts
Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg ist entsetzt, dass so viele, in diesen Tagen fertig ausgebildete Lehrer trotz guter Abschlussnoten keine Anstellung im Schuldienst des Landes bekommen. Nach über fünf Jahren hoch qualifizierter, aber spezialisierter Ausbildung stehen zu viele junge Pädagogen vor einem Scherbenhaufen, wo doch deren Berufslaufbahn erst anfangen sollte. Sie werden nicht übernommen, obwohl Lehrer an den Schulen spürbar fehlen, was nicht nur Eltern bei übervollen Klassen und häufigem Unterrichtsausfall mit zunehmender Wut feststellen.
20.06.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergMaßlose Enttäuschung steht den jungen Lehrkräften in den Gesichtern geschrieben, die nach ihrer über fünfjährigen Ausbildungszeit an Hochschulen und Seminaren in diesen Tagen bei den jeweiligen Regierungspräsidien anrufen und erfahren müssen, dass sie nicht als Lehrer in den Schuldienst des Landes übernommen werden, obwohl sie eigentlich einen qualifizierenden Abschluss erreicht haben. "Und etwas anderes als `Schulehalten´, haben sie nicht gelernt, so VBE-Chef Rudolf Karg.
Jetzt stehen diese abgewiesenen, gut 25 Jahre alten Jungakademiker ohne finanzielle Mittel und Perspektive da, obwohl die Kosten für Wohnungsmiete, Heizung, Wasser, Lebensmittel und Versicherungen alle weiter laufen und von ihnen bestritten werden müssen.
Der VBE wirft dem Kultusministerium vor, für diese Misere die Hauptverantwortung zu tragen. Massive Fehlplanungen, vermutlich auch aufgrund falscher elektronischer Datenerhebungen, führen jetzt nach Auffassung des VBE zu dieser für die jungen Menschen katastrophalen beruflichen Situation. So wie amtlicherseits immer wieder Schülerzahlen nach unten korrigiert werden mussten, kann es sich nur um die unsäglichen Auswirkungen von "E-Stat" handeln - dem neuen Verfahren elektronischer Datenerhebung an den Schulen des Landes, das nicht nur bei der amtlichen Herbststatistik 2006 für Konfusion gesorgt hat.
Immer wieder hatte der VBE-Landesschef eine Langzeit-Lehrerbedarfsanalyse mit verlässlichen Zahlen angemahnt, bisher vergebens. Junge Menschen sollten im Voraus wissen, ob es lohneswert sei, ein Lehramtsstudium aufzunehmen. Dazu müssten jedoch gesicherte Daten, insbesondere korrekte Schülerzahlen, vorliegen. Erst kürzlich warb das Kultusministerium noch in Tageszeitungen für ein Lehramtsstudium, jetzt lässt es die Zukunftsträume hochmotivierter Pädagogen wie Seifenblasen platzen, gibt ihnen lediglich die Perspektive einer langen Wartezeit auf eine mögliche Stelle. "Es ist beschämend, dass in Zeiten, in denen Schülern und Lehrern ständig mehr zugemutet wird und Kinder in viel zu großen Klassen unter immer schlechter werdenden Bedingungen unterrichtet werden, so viele Lehrer in die Arbeitslosigkeit entlassen werden", schimpft der VBE-Vorsitzende.
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