VBE unterstützt eine Reform der Reform in der Verwaltung – eigenständige Schulämter sind sinnvoller

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg begrüßt, dass aufgrund der im schulischen Bereich weniger effizienten Verwaltungs­reform am Dienstag im Kabinett Nägel mit Köpfen gemacht werden sollen, indem aus von 30 auf 44 aufgeblähten und personell vor Ort trotzdem dezi­mierten Schulbehörden rund zwanzig starke regionale Schulämter entste­hen, alle mit ausreichenden fachlichen Kompetenzen, ganz so, wie es die CDU und nun auch die FDP wollen.

12.11.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Dort, wo die Landratsämter die untere Schulaufsicht mit offenen Armen emp­fangen und dann laufend optimal unterstützt haben, wünscht man sich keine Rücknahme der Verwaltungsreform von 2005 mehr. Doch die meisten Schulauf­sichtsbeamten im Land fühlen sich nach dem Verlust der Eigenständigkeit der "Staatlichen Schulämter" als zu abhängig vom jeweiligen Landrat, oft gegängelt und bisweilen sogar bei der Arbeit behindert. Auch die Schulabteilungen der vier Regierungspräsidien (ehemals Oberschulämter) sind durch den Personalab­bau in Folge der eingeforderten Effizienzrendite deutlich geschwächt.

Knapp 200 Schulaufsichtsbeamte sind mit der Reform auf 44 Standorte verteilt worden, wobei jede untere Schulaufsichtsbehörde für vier Schularten zuständig ist: für die Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschulen. (Die Gymnasien sind dem jeweiligen Regierungspräsidium direkt unterstellt.) In der Regel betreut ein Schulrat mehr als 30 Schulen.

Nach Meinung vieler Schulaufsichtsbeamten ist der bildungspolitische Einfluss der Landesregierung nach der Verwaltungsreform deutlich zurückgegangen; Verwaltungsvorgänge wurden wesentlich umständlicher und zeitaufwändiger, fachliche Kompetenzen der Schulberatung an etlichen Standorten beschnitten. Die Zersplitterung in Kleinst-Ämter diente nach Auffassung des VBE nicht der Steigerung der Qualität der Schulen. Die jetzt avisierte Optimierung der Verwal­tungsreform durch die Schaffung größerer regionaler Schulämter sei ein Schritt in die richtige Richtung, sagt VBE-Chef Rudolf Karg und lobt die Landesre­gierung für den Mut, einen Fehler nicht nur einzugestehen, sondern auch - zu­mindest in Teilen - rasch und offensiv zu korrigieren.


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