VBE weist Ansinnen des Finanzministers, Führungspositionen zeitlich zu befristen, zurück
Beim Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg fragt man sich, ob Finanzminister Willi Stächele (CDU) an zockende und Misswirtschaft treibende Manager gedacht hat, wenn er jetzt sogar eine Änderung des Grundgesetzes in Angriff nehmen will, um bei seinen Beamten im Schuldienst die Führungspositionen künftig zeitlich befristen zu können.
09.01.2009 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergIn letzter Zeit ist es immer schwieriger geworden, geeignetes Führungspersonal im Schulbereich zu finden. Die wenigsten Lehrer wollen unter den augenblicklichen Arbeitsbedingungen selber Chef werden und sie wissen genau, warum sie sich weigern. Für eine "nachhaltige" positive Schulentwicklung benötigt ein Rektor neben der äußeren Unabhängigkeit sehr viel Zeit. Eine Schule kann man nicht erfolgreich "bis auf Weiteres" und auf Abruf leiten. Rektoren sind keine Vorstandsvorsitzenden in einem Aufsichtsrat.
Schulleiter benötigen neben einer soliden Aus- und Fortbildung in Personalführung, Rechts- und Haushaltsfragen sowie Schulmanagement die Sicherheit, kontinuierlich an ihren Aufgaben arbeiten zu dürfen. Um die innere Schulentwicklung im notwendigen Umfang voranzutreiben und die permanent wachsenden Aufgaben im pädagogischen und administrativen Bereich effektiv erledigen zu können, sollte ein Schulleiter nicht durch eine zeitliche Limitierung der Berufung eingeengt werden. Insofern begrüßt der VBE das Urteil des Bundesverfassungsgerichts gegen eine Befristung der Leitungszeit ausdrücklich.
Eine zeitliche Begrenzung der Leitungsfunktion, wie von Stächele jetzt angedacht, würde die wenigen potenziellen Bewerber, die es noch gibt, vollends abschrecken. Und um mögliche Fehlbesetzungen doch noch korrigieren zu können, gibt es bereits eine zweijährige Probezeit, die sogar deutlich länger ist als in anderen Berufssparten. Sollte sich in dieser Zeit die neue Schulleitung bewährt haben, kann man davon ausgehen, dass diese auch künftig zum Wohle der Schule arbeiten wird.
Was mag den Finanzminister geritten haben, solch eine Attacke zu reiten? Mit dem Kultusministerium war das sicher nicht abgesprochen.
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