VBE will besseren Gesundheitsschutz für Pädagogen
Den Schulen werden immer mehr Aufgaben übertragen, den Lehrern im Gegenzug aber keinerlei Entlastungen dafür gewährt, schimpft der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg, Rudolf Karg (Karlsruhe). Zwar brechen alle Schulen permanent in ein neues Bildungszeitalter auf, aber immer mehr Lehrer dabei zusammen. Der Arbeits- und Gesundheitsschutz für Lehrer führe - trotz einiger guter Ansätze bei Pilotschulen - ein noch zu kümmerliches Schattendasein.
30.12.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg"Glaubt man den Veröffentlichungen der letzten Zeit , muss das System Schule ziemlich angeschlagen ist", behauptet der VBE-Landesvorsitzende. Offensichtlich könne die Schule den gestiegenen Anforderungen der Gesellschaft und der Wirtschaft an sie immer weniger genügen. Lehrer spüren das auch und bekommen verstärkt gesundheitliche Probleme. "Heizungen und Kopiergeräte in den Schulen werden regelmäßig gewartet, damit sie einsatzbereit bleiben, um die Gesundheit der Lehrer mache man sich noch immer zu wenig Gedanken", moniert Karg. Schon seit Jahren hat der VBE gründliche wissenschaftliche Untersuchungen über die physischen und psychischen Belastungen der Lehrkräfte sowie eine verlässliche betriebsärztliche Begleitung angemahnt. Untersuchungen liegen zwar mittlerweile vor, präventive Maßnahmen zum Erhalt der Gesundheit und der Arbeitskraft der Lehrer gebe es aber so gut wie nicht, schimpft Karg.
Es werde viel zu wenig auf dem Gebiet des Arbeits- und Gesundheitsschutzes getan, beklagt der VBE-Chef. Und wenn Gefährdungsbeurteilungen durchgeführt werden, ohne dass wirkungsvolle Abhilfemaßnahmen folgen, seien sie das Papier nicht wert, auf dem sie stehen. Das Kultusministerium habe zwar zaghaft mit seinen Hausaufgaben begonnen, sie aber noch lange nicht zu einem guten Ende gebracht. Dabei könnten frühzeitig durchgeführte Arbeits- und Gesundheitsschutzmaßnahmen zu einer deutlichen Reduzierung krankheitsbedingter Fehlzeiten bei Lehrern führen. Lärm und psychischer Stress durch übervolle Klassen und zunehmend mehr verhaltensauffällige Schüler belasteten Pädagogen über Gebühr und machten auf Dauer krank. Der Begriff "Fürsorgepflicht des Dienstherrn" habe durchaus Charme, sei jedoch bisher noch eine ziemlich leere Worthülse, bemängelt VBE-Chef Karg.
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