Verwaltungsreform von 2005 pädagogisch von Nachteil
Der Hauptvorstand des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg monierte auf seiner Sitzung in Pforzheim die gravierenden Nachteile, die 2005 die Eingliederung der ehemals unabhängigen Staatlichen Schulämter in die Landratsämter und der vier Oberschulämter in die Regierungspräsidien gebracht hatte und forderte einstimmig den VBE-Vorsitzenden Rudolf Karg auf, dem Ministerpräsidenten des Landes in einem Schreiben nahezulegen, die Verwaltungsreform im schulischen Bereich sofort zurückzunehmen und die Schulaufsicht so handlungsfähig zu machen, dass die Qualität der schulischen Arbeit nicht mehr gefährdet wird.
06.10.2007 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergFür den VBE ist es bis heute nicht nachvollziehbar, warum eine damals bereits schlanke und effizient arbeitende Schulverwaltung mit offensichtlicher Billigung oder gar Zustimmung des Kultusministeriums gegen den ausdrücklichen Rat namhafter Fachleute durch Eingliederung in die Innenverwaltung bedeutungsloser gemacht und die untere Schulverwaltungsebene von 30 in 44 noch kleinere Einheiten zersplittert worden ist. In der Praxis zeigt sich jetzt nach der Verwaltungsreform, dass die Schulverwaltung an vielen Orten "entfachlicht", der Verwaltungsvollzug erschwert und der direkte bildungspolitische Einfluss des Landes gemindert worden ist.
Der VBE begrüßt daher ausdrücklich, wenn die Landesregierung die Verwaltungsreform jetzt kritisch auf ihre Effizienz überprüft und dabei eine Revision der ehemaligen Schulverwaltung ins Auge fasst. Nach Auffassung des VBE muss die Schulverwaltung wieder den Status einer Sonderbehörde erhalten, um effizient arbeiten zu können. Dabei müsse die Pädagogik absoluten Vorrang in der Verwaltung haben; was durch eine wieder eigenständige Schulverwaltung auch nach außen hin so dokumentiert werden sollte, so der VBE-Hauptvorstand, der den VBE-Vorsitzenden beauftragte, das Anliegen dem Ministerpräsidenten in einem Schreiben vorzutragen und mindestens auf einer "Rolle rückwärts" in der Schulverwaltung zu bestehen, wenn nicht sogar einen Schritt weiterzugehen und dann eine wirklich deutliche Effizienzrendite ohne Qualitätsverlust durch die Schaffung einer nur noch einstufigen Schulverwaltung zu erzielen.
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