Viele Unternehmen setzen wieder auf die Hauptschüler

Nordrhein-Westfalens Schulministerin Barbara Sommer und der bayerische Kultusminister Siegfried Schneider setzen ihren intensiven Gedankenaustausch fort. Schwerpunktthema beim Treffen der beiden Minister heute war die Zukunft der Hauptschule. "Es kommt darauf an, die Schulen stark zu machen und die Lehrerinnen und Lehrer bei ihrer wichtigen Aufgabe, die Kinder und Jugendlichen optimal zu fördern, zu unterstützen", betonten beide Minister im Anschluss an den Besuch einer Hauptschule in Erkrath.

07.05.2008 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Mit der entschlossenen Umwandlung von Hauptschulen in Ganztagsschulen hat die nordrhein-westfälische Landesregierung unmittelbar zu Beginn der Legislaturperiode eine wichtige Grundlage geschaffen. Inzwischen haben 134 Hauptschulen einen erweiterten Ganztagsbetrieb - und der Ausbau kann auf bis zu 250 fortgeführt werden. Zusammen mit den bereits zuvor bestehenden Ganztagshauptschulen dürfte damit bald nahezu jede zweite Hauptschule in Nordrhein-Westfalen eine Ganztagsschule sein.

"Ganztagsschulen ermöglichen eine schülerorientierte, moderne Form eines ganzheitlichen Lernens", betonte Ministerin Sommer. "Sie geben Spielraum für fächerübergreifendes, projektorientiertes Lernen, das an praktische Alltagserfahrungen anknüpft und eröffnen die Chance zu einer Kooperation mit außerschulischen Partnern. Durch die Einbeziehung anderer Berufsgruppen in den schulischen Ganztags-Alltag wird die Schule mehr als ein Ort des Unterrichts. Davon profitieren insbesondere Jugendliche, deren Eltern ihnen aufgrund ihrer sozialen Lage nicht immer die Förderung bieten können, die sie sich für ihre Kinder wünschen."

Kultusminister Siegfried Schneider: "Ich möchte, dass alle Schülerinnen und Schüler die Hauptschule mit der Ausbildungsreife verlassen und mehr von ihnen als bisher den Mittleren Bildungsabschluss erreichen." Die von ihm initiierte Hauptschulinitiative in Bayern umfasst unter anderem mehr gebundene Ganztagsklassen, mehr Praxisbezug, eine stärkere Profilbildung und die Vermittlung von Inhalten in den Kernfächern in überschaubaren Modulen. Damit gebe es an etwa jeder dritten Hauptschule in Bayern gebundene Ganztagsklassen. "So stellen wir sicher, dass die Kinder intensiver gefördert werden können", so Minister Schneider. Zugleich können die Eltern die Erwerbsarbeit und die Familie besser vereinbaren. Minister Schneider betonte aber: "Ich werde an der Wahlfreiheit der Eltern festhalten, ob ihre Kinder eine Ganztagsklasse besuchen oder nicht."

Beide Minister stellten bei dem Besuch erfreut fest: "Angesichts des sich abzeichnenden Facharbeitermangels in Deutschland setzen viele Unternehmen wieder vermehrt auf Hauptschüler." Einig waren sich Sommer und Schneider allerdings auch darin, dass die Hauptschule nicht ausschließlich auf eine berufliche Ausbildung vorbereiten sollte, sondern leistungsstärkeren Schülerinnen und Schülern auch die Möglichkeit eröffnen muss, höhere Schulabschlüsse zu erreichen - unter anderem durch die Bildungsangebote in den Berufskollegs.


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