Von klugen Kindern mit kläglichen Noten

Am 29. November wird in Frankfurt am Main der mit EUR 50.000 dotierte Karg-Preis verliehen. Die Karg-Stiftung zeichnet im zweijährigen Turnus bundesweit herausragende Projekte der Förderung begabter Kinder und Jugendlicher aus – Bildungseinrichtungen und Bildungsprojekte, die auf der Suche nach den Stärken von Kindern und Jugendlichen sind und die Akteure des Bildungssystems in der Begabtenförderung orientieren können. Der Karg-Preis ist einer der höchstdotierten deutschen Bildungspreise.

25.11.2011 Pressemeldung Karg-Stiftung

2011 wird der Karg-Preis zwei Institutionen zuerkannt: dem Hoch-Begabten-Zentrum (HBZ) in Brühl und dem Wilhelm-Ostwald-Gymnasium in Leipzig, die sich die Preissumme teilen. Denn an beiden Orten findet Hochbegabtenförderung mit sehr unterschiedlichen und sehr wirkungsvollen Maßnahmen statt. Beide widmen sich in besonderer Weise dem Thema Underachievement.

Als Underachiever oder auch Minderleister bezeichnet man Kinder und Jugendliche mit hoher Intelligenz und einem besonderen kognitiven Leistungsvermögen, die jedoch aus unterschiedlichen Gründen nicht in der Lage sind, ihre Leistungsfähigkeit zu entwickeln und in eine gelingende Bildungsbiographie zu übersetzen. Die Ursachen sind vielfältig. Die Konsequenzen sind oft Schulleistungen und Schulnoten weit unter ihren Möglichkeiten bis hin zu Lernverweigerung und Schulversagen.

Das Hoch-Begabten-Zentrum in Brühl zeichnet sich durch herausragende, ganzheitliche Beratungsarbeit Hochbegabter aus – und widmet sich den versteckten und verkannten Begabungen auch an Haupt-schulen und Realschulen. Das Wilhelm-Ostwald-Gymnasium in Leipzig verfolgt im Rahmen seines naturwissenschaftlichen Schwerpunktes ein Billardprojekt, das besonders auf die Wiedereingliederung von Underachievern in den schulischen Alltag und die Unterstützung beim Aufbau von Motivation und Selbststeuerung beim Lernen ausgerichtet ist.

Im Rahmen eines Fachtags in Kooperation mit der Goethe-Lehrerakademie der Goethe-Universität Frankfurt am Main werden beide Einrichtungen und deren Arbeit ausführlich vorgestellt und im pädagogisch-psychologischen Kontext diskutiert. Professor Dr. Franzis Preckel (Universität Trier) führt in psychologische Hintergründe und Forschungsergebnisse zum Underachievement sowie Grundfragen der psychologischen Diagnostik und Beratung ein; Professor Dr. Thomas Trautmann (Universität Hamburg) stellt pädagogische Ansätze und Förderkonzepte für Underachiever vor und erörtert diese anhand von Beispielen und Erfahrungen aus der pädagogischen Praxis. Die anschließende Podiumsdiskussion mit den Referenten und Preisträgern gibt Gelegenheit für Nachfragen.

"Der Bedarf nach Information rund um das Thema Underachievement ist bei pädagogischen Fachkräften groß – und Praxis lernt dabei am besten von Praxis. Denn jede Lehrerin und jeder Lehrer weiß, dass kein Kind verloren gehen darf – und doch fallen im pädagogischen Alltag viele durch das Raster normierter Unterrichtsangebote. Wir sind froh, dass der diesjährige Karg-Preis und seine Preisträger ein Schlaglicht auf dieses, weit über die Hochbegabtenförderung hinaus, so wichtige Thema werfen", so Dr. Ingmar Ahl, Vorstand der Karg-Stiftung.


Porträts der Preisträger:

Die Hoch-Begabten-Zentrum Rheinland gGmbH, Brühl

Von einem ganzheitlichen Begabungsbegriff ausgehend, der die Umweltbedingungen der Biographie einbezieht, gelingt dem Hoch-Begabten-Zentrum (HBZ) wirksam eine individuelle Förderberatung und die Gestaltung der Bildungslandschaft des Rhein-Erft-Kreises für Hochbegabte. Passgenau auf die Zielgruppe begabter Kinder und Jugendlicher zugeschnitten, entwickelte das HBZ eigene Förderangebote. Diese nehmen auch neue, bislang vernachlässigte Zielgruppen der Hochbegabtenförderung, wie Kinder mit Migrationshintergrund oder Auszubildende, in den Blick. Zudem wird die Arbeit des HBZ konsequent wissenschaftlich begleitet und so auf Wirksamkeit überprüft. www.hoch-begabten-zentrum.de

Die Billardakademie des Wilhelm-Ostwald Gymnasiums, Leipzig

Am Wilhelm-Ostwald-Gymnasium (WOG), einem Gymnasium mit vertiefter mathematisch-naturwissenschaftlicher Ausbildung, hat die Förderung hochbegabter Schülerinnen und Schüler Tradition. Die Billardakademie des WOG zeichnet sich durch individualisierende Unterrichtsmethoden und ein besonderes Engagement für Underachiever aus: Kinder und Jugendliche, deren Begabungsentfaltung von Lernstörungen und Problemen in der sozialen und emotionalen Entwicklung behindert wird. "Von Kugeln, Köpfchen und kleinsten Teilchen", angeboten im Unterricht, im Nachmittagsbereich oder als Ferienakademie, vermittelt anhand des Billardspiels naturwissenschaftliches Wissen auf unterschiedlichen Niveaus und führt so auf ungewohntem Weg wieder an schulisches Lernen heran. Zudem unterstützt es durch die Erfahrung sozialer Akzeptanz die positive Persönlichkeitsentwicklung und soziale Eingliederung junger Menschen. www.ostwaldportal.de


Karg-Stiftung

Die Karg-Stiftung sorgt sich um hochbegabte Kinder und Jugendliche seit 1989. Die Schwerpunkte liegen dabei in der Entwicklung von Förder- und Beratungseinrichtungen und in der Aus- und Weiterbildung von pädagogischen und psychologischen Fachkräften. Ihr Ziel ist die bessere Qualifizierung des Bildungssystems in der Förderung Hochbegabter. Darüber hinaus engagiert sich die Stiftung in der Begabungsforschung. Die Karg-Stiftung wurde von dem Unternehmer Hans-Georg Karg und seiner Frau Adelheid errichtet und ist die bundesweit größte in der Hochbegabtenförderung tätige

Ansprechpartner

Karg-Stiftung
Sabine Wedemeyer
Ressortleiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Lyoner Straße 15
60528 Frankfurt am Main
Telefon: +49 69 874 027-27
Fax: +49 69 874 027-50
E-Mail: sabine.wedemeyer@karg-stiftung.de
Web: www.karg-stiftung.de


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