Wegfall der Schulartempfehlung verursacht Desorientierung und Probleme überall im Land
Erstmalig werden die Eltern der Viertklässler in Schleswig-Holstein keine Schulartempfehlung durch die Grundschulen erhalten - mit weitreichenden Folgen, vor denen die Landesvorsitzende der Interessenvertretung der Lehrkräfte in Schleswig-Holstein (IVL) Grete Rhenius warnt: "Die Schülerströme werden unkontrollierbarer werden, Schulen ohne eigene Oberstufe werden das Nachsehen haben, obwohl sie genauso gute Arbeit leisten."
09.02.2015 Pressemeldung Interessenvertretung der Lehrkräfte in Schleswig-HolsteinAus Sicht der IVL entzieht das Land mit dem Wegfall der Schulartempfehlungen der Schulträgerebene nach der Abschaffung der Schuleinzugsbereiche die letzte Möglichkeit einigermaßen gesicherte Prognosen für die Schülerzahlenentwicklung zu erheben.
Aber auch das Land schaffe sich damit selbst erhebliche Probleme, zum Beispiel bei der Personalzuweisung auf die weiterführenden Schularten.
"Wird es einen ,run´ auf die Gymnasien geben? Kann gegen administrative Fehleinschätzungen rechtzeitig gegengesteuert werden? Was ist, wenn Eltern - wie zuletzt beim Versuch die Grundschulnoten abzuschaffen - ganz anders reagieren als politisch gewollt?", fragt Rhenius.
Die IVL spricht sich für eine Rückkehr zu "geordneten Verhältnissen" aus: Grundschulen mit eigener Schulleitung, Festlegung von Schuleinzugsbereichen, klare Notenzeugnisse als Anhalt für Eltern und Kinder und verbindliche Schulartempfehlungen wären die richtigen Instrumente, um Fehlentwicklungen zu begrenzen.
Rhenius: "Die Lehrkräfte und Schulleitungen könnten sich auf das Tagesgeschäft konzentrieren und müssten nicht Jahr um Jahr bangen, auf Präsentationsabenden ihrer Schulen schlechter in der Elterngunst als die Nachbarschule zwei Orte weiter abgeschnitten zu haben."
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