Wenn dem Lehrer die Stimme wegbleibt ...

(bikl/idw) Die Stimme eines Lehrers wird jeden Tag stark beansprucht: Im 45-Minuten-Rhythmus erklärt er Zusammenhänge, stellt und beantwortet er Fragen. Das zehrt an der Stimmkraft. Neuesten Studien zufolge erkranken fast 60 Prozent der Lehrer einmal im Berufsleben an einer Stimmstörung, die sie arbeitsunfähig macht. Die Häufigkeit einer ausgeprägten Stimmerkrankung liegt in dieser Berufsgruppe bei etwa elf Prozent - in der übrigen Bevölkerung liegt der Wert bei sechs Prozent.

14.11.2005 Artikel

Im 'Jahr der Prophylaxe' haben deshalb Wissenschaftler der Universität des Saarlandes ein Forschungsprojekt ins Leben gerufen, das durch systematische Früherkennung möglichst schon im Studium den häufigen Stimmstörungen bei Lehrerinnen und Lehrern vorbeugen soll.

Zehn Millionen Euro Kosten pro Jahr

Im Saarland dürften aus Stimm-Gründen jedes Jahr mindestens 11.200 Zeitstunden Unterricht ausfallen - ein Schaden, der sich auf 8.892.000 Euro beziffern lässt; rechnet man die mindestens anfallenden Behandlungskosten von 233.000 Euro hinzu, kommt man gar auf über zehn Millionen Euro.

Leidenswege vermeiden

Ein Forschungskonzept, das gegensteuern soll, haben jetzt Prof. Dr. Norbert Gutenberg, Privatdozent Dr. Wolfgang Delb und Prof. Dr. Dr. Daniel J. Strauss entwickelt: Die saarländischen Wissenschaftler wollen Früherkennungsprogramme für Stimmstörungen evaluieren und untersuchen, inwieweit ein prophylaktisches Stimmübungsprogramm in der Lage ist, das Auftreten von Stimmstörungen bei Lehrern zu verhindern. Die Forscher erwarten, dass durch ihre Ergebnisse erhebliche Kosten eingespart und unnötige Leidenswege vermieden werden können. Der Sprechwissenschaftler Gutenberg erforscht bereits seit mehreren Jahren Lehrerstimmen.

Link:

www.uni-saarland.de/verwalt/presse/campus/2003/1/06-stimme.html


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