Wer langsam geht, kommt auch zum Ziel.

Senator Zöllner: "Weil mir das schon wenige Tage nach meinem Amtsantritt im November 2006 klar war, habe ich noch im Dezember 2006 angekündigt, Fachleute von inner- und außerhalb der Verwaltung um Vorschläge für ein neues System zu bitten. Diese Vorschläge liegen seit Sommer 2007 vor und sind seitdem in ein umfassendes neues Zuweisungssystem für alle Schulen eingearbeitet worden. Mit diesem neuen Zuweisungssystem wird die Schuljahresplanung vereinfacht und vorgezogen, damit das neue Schuljahr früher eingerichtet werden und reibungsloser anlaufen kann."

13.03.2008 Berlin Pressemeldung Landeselternausschuss Berlin (LEA Berlin)

Unter anderem war damit die Zuordnung der Schulanfänger zu den 1. Klassen und das Verfahren für Anträge auf Unterfrequenzen gemeint, beides hätte Ende Februar bereits abgeschlossen sein sollen. Gemeint damit war auch die Verwaltungsvorschriften für die Zumessung von Lehrkräften an öffentlichen Berliner Schulen, diese hätte bis Ende Februar veröffentlicht sein sollen.

Gegenwärtig können die Schulen weder eine genaue Auskunft über die zu erwartenden Schülerzahlen noch über die zu erwartende Lehrerausstattung erteilen. Sicher ist bisher nur, dass

  • Schulen mit Klassenfrequenzen über 24 und einem ndH-Anteil über 40 % zu den Verlierern;
  • Schulen mit Klassenfrequenzen unter 24 und einem ndH-Anteil unter 40 % zu den Gewinneren der neuen Organisationsrichtlinien gehören werden. Für Schulen mit Klassenfrequenzen von 24 und einem ndH-Anteil unter 40 % wird sich dagegen kaum etwas verändern.

Senator Zöllner: "Mit diesem neuen Zuweisungssystem wird die Schuljahresplanung vereinfacht und vorgezogen, damit das neue Schuljahr früher eingerichtet werden und reibungsloser anlaufen kann." - damit dürfte dann wohl doch das Schuljahr 2009/10 gemeint sein, denn gegenwärtig deutet nichts daraufhin, dass der Schuljahresbeginn 2008/09 reibungsloser verlaufen wird, als der letzte Schuljahresbeginn.

Senator Zöllner: "Weil mir das schon wenige Tage nach meinem Amtsantritt im November 2006 klar war..." - damit bleibt der kleine Funken der Hoffnung, dass alle anderen "Klarheiten" schneller zu einer Umsetzung im Interesse der Schulen führen. Zu den Aufgaben für Fachleute inner- und außerhalb der Verwaltung gehörte auch die Aufgabe, Vorschläge für ein "Qualitätsmanagement der Schulaufsicht" zu machen. Obwohl diese Vorschläge seit Monaten vorliegen, hört man nichts davon, sie bleiben geheim. Hier wird die Umsetzung offenbar gar nicht mehr versucht, das Thema ausgeblendet.

Ob Senator Zöllner der richtige Adressat dieser Kritik ist, muss hinterfragt werden. Der Bereich Bildung wird maßgeblich durch das Wirken von Staatsekretär Schlemm beeinflusst und gesteuert. Der Landeselternausschuss fragt sich, ob diese Steuerung und die von Staatsekretär Schlemm initiierte Umstrukturierung der Senatsbildungverwaltung, derart viele Ressourcen bindet, dass die eigentliche Arbeit stillsteht. Die dringliche Weiterentwicklung der Berliner Schulqualität ist nicht unbedingt gleichbedeutend mit der Perfektion von Vorlagen und der Beantwortung von Anfragen. Aufgaben und Verantwortungsbereiche zu delegieren ist richtig. Dennoch bleibt die Verantwortung des Delegierenden. Allein das Erkennen von Schwachpunkten oder großzügige Versprechungen - wie z. B. die Subventionierung des Mittagessens an den gebundenen Ganztagsschulen - reichen nicht aus, wenn die notwendigen Verbesserungen oder Umsetzungen ausbleiben.

Aetas volat. Berlin ist nicht Rheinland-Pfalz - diese Erfahrung machen derzeit mehrere.


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