Werden geplante Sekundarschulen schlechter ausgestattet als heutige Schulen?

Die Äußerungen des Bildungssenators bei Treffen mit Berliner Haupt- und Realschulleitern geben Anlass zur Sorge. Nach einem Bericht der Berliner Zeitung vom 18.03.2009 erklärte Zöllner bei den Veranstaltungen am Montagnachmittag, dass eine vierzügige Sekundarschule im Vergleich zur bisherigen Realschulausstattung zwei zusätzliche Lehrerstellen, drei zusätzliche Erzieher und einen weiteren Sozialarbeiter benötige. Bei seinen Berechnungen geht Zöllner davon aus, dass die Sekundarschule als Ganztagsschule eingerichtet wird, in der sich Unterricht und Freizeitangebote bis nach 16 Uhr abwechseln.

18.03.2009 Pressemeldung Landeselternausschuss Berlin (LEA Berlin)

Vergleicht man eine Realschule ohne Ganztagsbetrieb mit den Real- oder Gesamtschulen, die bereits jetzt im Ganztagsbetrieb organisiert sind, dann würde die personelle Aufstockung (zwei zusätzliche Lehrer, drei zusätzliche Erzieher, ein zusätzlicher Sozialarbeiter) bei weitem nicht ausreichen, um den Ausstattungsgrad der heutigen Ganztagsschulen zu erreichen.

Der Landeselternausschuss hat heutige Ganztagsschulen (05T05, 02T01, 04T03, 04T02, 06T02, 10T06, 10T02, 05T04, 03T01, 03T05, 11T07) bezüglich Personalausstattung und Schülerzahl mit typischen Realschulen ohne Ganztagsbetrieb (12R02, 10R09, 02R01, 06R03, 02R02, 05R04, 05R01, 09R05) verglichen. Allein die Umwandlung in eine Ganztagsschule würde für eine 4-zügige Oberschule (Klassenstufe 7 bis 10) einen personellen Mehrbedarf von 11 Stellen (Lehrer, Erzieher, Sozialarbeiter) bedeuten. Das Angebot des Senators, die künftigen Ganztagsschulen mit 6 Stellen mehr auszustatten, stellt eine eindeutige Schlechterstellung gegenüber den bisherigen Ganztagsschulen dar.

Ungeachtet dessen kritisiert der Landeselternausschuss die Pläne des Senators, dass ein Großteil des zusätzlichen Personals aus den bisher besser ausgestatteten Hauptschulen kommen soll. Gerade die Schüler und Schülerinnen der bisherigen Hauptschulen bedürfen einer exzellenten und intensiven Förderung. Eine Verschlechterung in der Personalausstattung würde sich für diese Schüler besonders kontraproduktiv auswirken.


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