"Wir begleiten die Schüler der neuen Oberstufe intensiv"

"Wir begleiten die Schülerinnen und Schüler bei der Einführung der Oberstufe des achtjährigen Gymnasiums sehr intensiv", betont Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle am heutigen Montag in München. Er stellte dort Maßnahmen des Ministeriums vor, damit der erste Jahrgang der Oberstufe des achtjährigen Gymnasiums sein Ziel erfolgreich erreicht. "Wir steuern den Prozess der Einführung der Oberstufe auf der Basis eines intensiven Monitorings systematisch und konsequent. Die Schüler werden von den Lehrkräften vor Ort intensiv begleitet", so der Minister. "Wo Probleme auftreten, werden wir sie angehen", sicherte er zu.

18.01.2010 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Minister Spaenle unterstrich die Zielsetzung der neuen Oberstufe: "Die Schülerinnen und Schüler sollen mit ihrem Abitur die allgemeine Studierfähigkeit erlangen und so für die aktuellen Anforderungen in Studium und Beruf gerüstet sein."

Dazu dient z.B. das Fünf-Fächer-Abitur mit den Grundlagenfächern Deutsch, Mathematik und einer Fremdsprache. Zugleich ermöglicht die Oberstufe durch Wahlangebote, dass Schülerinnen und Schüler selbst ihr Profil ausbilden können. Besonderheiten der Oberstufe des bayerischen Gymnasiums sind das Wissenschaftspropädeutische Seminar (W-Seminar) und das Projekt-Seminar zur Studien- und Berufsorientierung.

Angesichts der Diskussion über die Belastung der Schüler durch die neue Oberstufe wies Minister Spaenle auf folgende Handlungsfelder hin:

  1. Das Stundenbudget
  2. Der Stundenumfang für den einzelnen Schüler (Stundenplan)
  3. Leistungsnachweise.
  4. Der Lehrplan.
  5. Abiturprüfungen und Anforderung.
  6. Vorbereitung auf die Abiturprüfungen (Musteraufgaben).

Im Einzelnen führte Minister Spaenle zu den sechs Punkte aus:

1. Das Stundenbudget

Im April 2009 hatten Minister Spaenle und Staatssekretär Marcel Huber nach Gesprächen mit allen Oberstudiendirektoren jedem Gymnasium eine Budgeterhöhung von bis zu einer zusätzlichen Lehrkraft zur Verfügung gestellt. Die Schulen können so den Schülern der Jahrgangsstufe 11 ein breites Fächer- und Seminarangebot unterbreiten. Folge sind ausgesprochen günstige Kursgrößen: durchschnittlich befinden sich etwa 20 Schüler in den einzelnen Fachkursen und 13 in den W- und P-Seminaren.

2. Der Stundenumfang für den einzelnen Schüler (Stundenplan)

Im Oktober 2009 führte das Ministerium eine repräsentative Umfrage zu den Stundenplänen durch, um sich ein Bild über den Alltag von Schülern in der neuen Oberstufe zu machen. Etwa die Hälfte aller Schüler besucht an zwei oder drei Nachmittagen den Unterricht, andere mehr. Um individuelle Belastungsspitzen zu verhindern, wird es jedem Schüler der Jahrgangsstufe 11 bis Februar 2010 ermöglicht, unter fachlicher Beratung des Oberstufenkoordinators Kurse im Stundenplan ab- oder umzuwählen. Die neuen W- und P-Seminare ermöglichen eine flexible Gestaltung der Arbeitszeit. Die im Stundenplan ausgewiesenen Pflichtstunden für diese Seminare verlangen nicht durchgehend Präsenzstunden in der Schule. Die Verantwortung liegt bei den Seminarleitungen.

3. Die Leistungsnachweise

Mit Blick auf die Leistungsanforderungen stellte das Kultusministerium im Dezember 2009 gegenüber den Gymnasien nochmals klar:

  • Die Leistungsnachweise werden auf die neue Situation der Oberstufe angepasst, d.h. die Schulen sollen ihre Freiräume nutzen, um ange- messene Regelungen für kleine Leistungsnachweise aufzustellen und z.B. unangekündigte Leistungsnachweise auf das nötige Maß zu be- schränken.
  • Ergebnisse der kleinen Leistungsnachweise (z.B. mündliche Noten) werden künftig deutlich stärker gewichtet.

4. Der Lehrplan

Der in drei Phasen abgeschmolzene Lehrplan ist seit Beginn des Schuljahres 2009/2010 in Kraft und gewährleistet damit als Grundlage für die Vorbereitung auf die Abiturprüfung Planungssicherheit. Der Unterricht konzentriert sich auf den zentral-prüfungsrelevanten Kernstoff. Begleitung und Monitoring wird durch Fachbetreuer und regionale Fachberater sichergestellt.

5. Abiturprüfungen und Anforderung

Die Abiturprüfungen orientieren sich am Niveau der bisherigen Grundkurse und nicht an den bisherigen Leistungskursen -basierend auf dem neuen Lehrplan. Der in Kraft befindliche Lehrplan, das 5-Fächer-Abitur und die beiden neuen Seminare sichern das bewährte bayerische Abitur. Nicht von allen belegten Kursen fließen die Ergebnisse in das Abiturzeugnis ein.

Innerhalb der Abiturprüfungen können die Schüler aus mehreren Aufgabentypen auswählen.

In mehreren Fächern können die Schüler in der Abiturprüfung neue Hilfsmittel verwenden, z. B. zweisprachige Wörterbücher in modernen Fremdsprachen.

In den Regelungen zum Abitur ist bereits ein systemimmanenter Notenausgleich angelegt: Minderleistungen in den Abiturprüfungen können durch bessere Noten in anderen Fächern oder durch mündliche Nachprüfungen ausgeglichen werden. Die Seminare erhalten im Rahmen der Abiturnote eine eigene Gewichtung. Besondere Regelungen gelten für den letzten Jahrgang des neunjährigen Gymnasiums, u. a. ein um sechs Wochen gekürzter Lehrplan und zusätzliche Ausgleichsmöglichkeiten.

6. Vorbereitung auf die Abiturprüfungen (Musteraufgaben)

Zusage: Bis Februar 2010 stehen umfangreiche Musteraufgaben und Publikationen zur Prüfungsvorbereitung zur Verfügung:

  • Aufgaben, die für das neunjährige Gymnasium erstellt wurden und auch für das neue Abitur weiterhin geeignet sind.
  • Hinführende Materialien, Beispielaufgaben für ergänzende neue Auf- gabenformate.
  • Zur Unterstützung der Abiturvorbereitung stehen Fachleute (regionale Fachmitarbeiter und Fachbetreuer) zur Verfügung.

Dialogstrategie wird fortgesetzt

Ab dem 18. Januar finden regionale Informations- und Dialogveranstaltungen zu allen Fragen der gymnasialen Oberstufe im Rahmen der Prozesssteuerung und Begleitung der Schüler statt.


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