Schleswig-Holstein

"Wir brauchen Leuchtturmschulen der Inklusion"

Anlässlich eines Besuchs an der Grund- und Gemeinschaftsschule in Mildstedt sagte Bildungsministerin Prof. Dr. Waltraud ´Wara` Wende: "Das Projekt Inklusion ist eine große Herausforderung für die Schulentwicklung der kommenden zehn Jahre." Die Mildstedter Schule zeige, dass Inklusion – wenn sie gut gemacht, konzeptionell durchdacht und personell adäquat ausgestattet sei – ein Gewinn für ´alle` Schüler und Schülerinnen - ob mit oder ohne Beeinträchtigung - sein könne.

23.09.2013 Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Die Ministerin lobte: "Dem hochqualifizierten, enorm engagierten und außergewöhnlich phantasievollen Team der Mildstedter Schule haben wir eine ´Leuchtturmschule` in Sachen individueller, leistungs- und schülerorientierter Förderung zu danken." Die Erfolge der u. a. als Schule für nachhaltige Entwicklung ausgezeichneten Schule sprächen für sich: Die Anmeldezahlen haben sich seit 2008 mehr als verdoppelt und 99 Prozent aller Schulabgänger finden einen betrieblichen oder schulischen Weiterbildungsplatz.

Nach vier Stunden im Gespräch mit Lehrkräften, Schülern und Schülerinnen, Elternvertretern und Schulträgern war die Ministerin sicher: "Von Mildstedt können wir lernen, wie wir das Thema Inklusion künftig angehen müssen, damit es ein Gewinn für alle wird." Zum Erfolgsrezept der Schule gehörten Lerntagebücher und Lernstanderhebungen, die Arbeit mit Portfolios, ein Konzept für Hausaufgabenbetreuung, Stütz- und Förderkurse, Lese- und Matheklassen für Schüler mit Förderbedarf sowie Legasthenie-Kurse. Zudem sei – so Ministerin Wende – von großer Bedeutung, dass sich das Kollegium als ein multiprofessionelles Team aus Lehrkräften, Sonderpädagogen, Sozialarbeitern und pädagogischen Assistenzkräften verstehe und gemeinsame pädagogische Ziele verfolge: Alle Schüler und Schülerinnen würden zu Eigenverantwortlichkeit, Selbstständigkeit, Teamfähigkeit und Verantwortungsbereitschaft angehalten. Dabei spiele Projektarbeit (Theater- und Musikgruppen, Schülerfirmen, eine eigene Imkerei, eigene Natursaftproduktion, handgemachte und dann vermarktete Seifen u.a.) eine genau so große Rolle wie die frühzeitige Berufsorientierung (Kompetenzfeststellung, Praktika, Berufsberatung, Azubibörse).

Die Ministerin hatte die Schule besucht, um sich vor Ort darüber zu informieren, unter welchen Bedingungen eine Schule mit etwa acht Prozent Förderschülern erfolgreich arbeiten kann: "Wir arbeiten im Ministerium zur Zeit mit Hochdruck an einem Konzept für Inklusion, das wir im Frühjahr kommenden Jahres vorstellen werden." Dabei setze sie wie immer auf Dialog, sagte Wende. Es gebe Arbeitstreffen und runde Tische mit Experten und Betroffenen. "Unser Ziel muss es sein, Inklusion nicht allein quantitativ, sondern insbesondere auch qualitativ zu einem Erfolg zu machen." Zu einem Inklusions-Konzept gehöre die Neuordnung der Lehrer- und Lehrerinnenbildung genauso wie zielgenaue Weiterbildung und die Überlegung, ob ein Teil der Sonderpädagogen künftig direkt in den Kollegien der Regelschulen verankert werden solle. Auch die Frage, ob es Sinn machen könne, ´Modellschulen der Inklusion` zu entwickeln, stehe im Raum; diese müssten räumlich, sächlich und personell so ausgestattet sein, dass inklusive Bildung für alle Förderschwerpunkte möglich werde.


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