"Wir wollen die Schule im Dorf lassen"

"Wir wollen die Schule im Dorf lassen, das ist unser politischer Wille", sagte heute (13. Mai) Bildungsministerin Prof. Dr. Waltraud ´Wara´ Wende bei einem Arbeitsgespräch zum Thema Dorfschulen, zu dem sie im Rahmen des Bildungsdialogs alle Beteiligten eingeladen hatte.

14.05.2013 Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Die Landesregierung wolle "die bestmögliche Bildung für alle und überall" und halte ein wohnortnahes und qualitativ hochwertiges Bildungsangebot für unverzichtbar, betonte Wende. Sie fügte hinzu, kleinste Schuleinheiten mit wenigen Lehrkräften und kleinsten Jahrgängen müssten immer auch daraufhin geprüft werden, ob sie den hohen Qualitätsansprüchen an Bildung gerecht würden.

Wohnortnah und qualitativ hochwertig - "das ist ein Spagat, den ich im Dialog mit Ihnen bestmöglich hinbekommen will", sagte die Bildungsministerin. Hinter jedem Ortsschild steckten viele kluge Köpfe; und alle würden gebraucht, um mit ihrem Rat und ihrer Expertise Politik und Gesellschaft zu gestalten: "Mit Ihnen möchte ich mich dafür stark machen, dass Kinder in Schleswig-Holstein den jeweils bestmöglichen Schulabschluss machen." Die Ministerin wies darauf hin, dass die Bevölkerungszahl zurückgehe und schon im Jahr 2020 in Schleswig-Holstein 50.000 Schülerinnen und Schüler weniger eingeschult würden als heute. Und daher "können wir nicht jede Kleinstschule über den demografischen Wandel retten", sagte Wende und rief dazu auf, in dieser Situation nach Spielräumen, Kompromissen und guten Ideen zu suchen.

´Kommunale Partnerschaften´ könnten helfen, die Herausforderungen zu meistern. Schulträger, Schulleitungen, Eltern und Ministerium müssten gemeinsam intelligente Konzepte entwickeln, die gegebenenfalls auch ohne Schule das Dorf für junge Familien attraktiv hielten. "In unserer Diskussion darf es nicht nur um Schülerzahlen und Geldmittel gehen, mir geht es um die kleinen Grundschulen und um pädagogisch und didaktisch überzeugende Konzepte", betonte die Bildungsministerin. Denn auch in der kleinsten Schule sei verlässliche Qualität das A und O - "da bin ich nicht kompromissbereit". Wende versprach, die Ergebnisse des Arbeitsgespräches ´Schule im Dorf´ in den weiteren politischen Prozess mitzunehmen und zu berücksichtigen.


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