Wirbt E.on mit "Umweltclown" im Klassenzimmer für Gas-Kavernen?
Mit einer parlamentarischen Anfrage an die Landesregierung will die schulpolitische Sprecherin der Landtagsgrünen Ina Korter in Erfahrung bringen, ob die Landesregierung das Neutralitätsgebot an Schulen nach "eigener Interessenlage" auslegt. Hintergrund ist der Besuch eines sogenannten "Umweltclowns" in Schulen einer Gemeinde im Landkreis Wittmund, der im Auftrag von E.on Gas-Storage den Grundschülerinnen und Grundschülern "Wissenswertes zum Thema Erdgas und Strom" vermitteln sollte.
08.11.2010 Pressemeldung Bündnis 90/Die Grünen"Es ist wenig glaubhaft, dass ein Unternehmen, das von der Nutzung der in der Bevölkerung heftig umstrittenen Salzkavernen profitiert, objektiv über das Thema informiert", sagte die Grünen-Politikerin. Damit sei das von der Landesschulbehörde ansonsten immer geforderte Neutralitätsgebot der Schule in Frage gestellt.
Korter erinnerte daran, dass mit Hinweis auf das Neutralitätsgebot zum Beispiel Elternvertretungen untersagt worden sei, in den Schulen über das Volksbegehren für gute Schulen zu informieren. "Ich bin gespannt, wie die Landesregierung im Fall des E.on-Clowns die rechtliche Zulässigkeit begründen will. Es drängt sich die Vermutung auf, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird."
Die Grünen-Politikerin möchte auch Auskunft darüber, ob weitere Unternehmen sich in Schulen mit "Informations- oder Kulturveranstaltungen" engagiert haben.
Mündliche Anfrage: Einseitige Information an niedersächsischen Schulen?
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