Zentrale Vergleichsarbeiten: Mädchen lesen besser, Jungen rechnen besser
In den achten Klassen der Schulen in Nordrhein-Westfalen zeigen die Mädchen im Durchschnitt bessere Leistungen im Bereich des Leseverstehens im Fach Deutsch, während Jungen in Mathematik besser abschneiden. Schon in den Grundschulen sind diese Unterschiede erkennbar – allerdings deutlich weniger ausgeprägt: Die Leistungen von Mädchen und Jungen in den dritten Klassen unterscheiden sich nur geringfügig. Dies sind Ergebnisse der zentralen Vergleichsarbeiten, die im vergangenen Mai erstmals in den dritten und achten Klassen geschrieben wurden. In den Vorjahren hatten die Lernstandserhebungen in den neunten Klassen und die Vergleichsarbeiten VERA in den vierten Klassen stattgefunden.
21.08.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-WestfalenBeteiligt waren nun in den achten Klassen rund 190.000 Schülerinnen und Schüler in 2100 Schulen und in den dritten Klassen rund 180.000 Schülerinnen und Schüler in 8000 Klassen. Sie wurden in den Leistungsbereichen Deutsch und Mathematik getestet, die achten Klassen darüber hinaus in Englisch. "In allen untersuchten Bereichen ist die große Mehrheit dieser Grundschüler in der Lage, Aufgaben auf mittlerem oder höherem Anspruchsniveau zu lösen. Auch in den achten Klassen erreichen die meisten Jugendlichen zufriedenstellende und zum Teil sogar exzellente Leistungen", sagte Schulministerin Barbara Sommer. Besorgt zeigte sie sich allerdings über den noch zu hohen Anteil der Achtklässler, die die erwarteten Standards der Kernlehrpläne nicht erreicht. "Diese Jugendlichen nehmen wir mit einem Bündel von gezielten Maßnahmen besonders in den Blick", sagte Sommer. Die Ministerin betonte: "Die Landesregierung hat bereits 3000 der 4000 versprochenen zusätzlichen Lehrerstellen gegen Unterrichtsausfall und für individuelle Förderung geschaffen. Unser Schulgesetz bildet das Fundament für mehr Leistung und Chancengerechtigkeit in den Schulen. Kein Kind darf verloren gehen."
Zusammenfassend lässt sich feststellen:
- Die überwiegende Mehrheit der teilnehmenden Jugendlichen erreicht die Standards auf zufriedenstellenden bis in Teilgruppen exzellenten Kompetenzniveaus. In allen untersuchten Lernbereichen streuen jedoch landesweit die Leistungen in erheblichem Maße. Es gibt im Landesdurchschnitt eine relevante Gruppe von Jugendlichen (je nach Teilleistungsbereich zwischen 20 % und 30 %), die die erwarteten Standards der Kernlehrpläne noch nicht erreicht und Förderbedarf hat. Dies hatte sich in vergleichbarer Weise bereits bei den vorangegangenen Lernstandserhebungen gezeigt.
- Erwartungsgemäß unterscheiden sich die Schülerleistungen zwischen den Schulformen zum Teil sehr deutlich. Die Gymnasiasten schneiden klar über dem Landesdurchschnitt ab, deutlich unter dem Durchschnitt liegen dagegen die Leistungen der Schülerinnen und Schüler in den Grundkursen der Haupt- und Gesamtschulen.
- Die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschul-Erweiterungskurse liegen in allen untersuchten Bereichen in etwa auf dem Niveau der Realschülerinnen und Realschüler, wobei die Realschulen in Mathematik und Englisch etwas bessere Ergebnisse erzielen als die Erweiterungskurse der Gesamtschulen. Diese schneiden dagegen in Deutsch besser ab.
- In den Hauptschulen unterscheiden sich die Ergebnisse in den Fächern Englisch und Mathematik, in denen leistungsdifferenziert unterrichtet wird, deutlich zwischen Grund- und Erweiterungskursen. In den Erweiterungskursen werden deutlich bessere Ergebnisse erzielt als in den Grundkursen. In Mathematik reichen die Leistungen an das Niveau der Erweiterungskurse der Gesamtschulen heran. In Englisch bleiben die Ergebnisse jedoch hinter den E-Kursen der Gesamtschulen zurück.
Ein direkter Vergleich der Ergebnisse des Jahres 2007 mit den Resultaten der ersten beiden Durchgänge in den Jahren 2004 und 2005 ist nicht möglich. Mit dem Wechsel des Durchführungszeitpunkts mussten die Aufgaben und Anforderungen der Tests – dem Jahrgang der Kinder entsprechend - verändert werden. Die Schulen können die Ergebnisse ab heute abrufen. Sie sind wichtig, um den Förderbedarf von Klassen ermessen zu können. Die zentralen Vergleichsarbeiten wurden in die Klassen drei und acht verlegt, um Kinder und Jugendliche bei schlechten Ergebnissen besser fördern zu können. Die kompletten Berichte können von der Homepage des Schulministeriums heruntergeladen werden: www.schulministerium.nrw.de
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