Bayern

"Zustimmung zum neuen Übertrittsverfahren"

Heute stellte Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle die Ergebnisse einer repräsentativen Erhebung zur Neuregelung des Übertritts von Grundschülern auf die weiterführenden Schulen vor. Schulleitungen, Lehrkräfte und Elternbeiratsvorsitzende von 700 Schulen waren in die Erhebung einbezogen worden.

11.06.2010 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

"Die Erfahrungen der Lehrkräfte und Elternbeiratsvorsitzenden ergab eine hohe Zustimmung zu den Neuregelungen beim Übertrittsverfahren", fasste Minister Spaenle die Antworten auf die Fragen zusammen. "Es gelingt", ergänzte der Minister, "den bisher von vielen Eltern als belastend empfundenen Übertrittsmoment in eine stärker entlastete Übertrittsphase umzugestalten, und zwar in eine Phase, in der die Eltern viel Beratung für den weiteren Schulweg ihrer Kinder erfahren", zeichnete der Minister das Bild der Lehrkräfte an Grundschulen als umfassende "Schulwegbegleiter" der Kinder und ihrer Eltern. Die Verantwortung der Eltern werde gestärkt. "Die Vorzüge der Neuregelung will ich weiter stärken und mögliche Problemfelder abbauen", so der Minister zum Ziel der Prozesssteuerung.

Zu den Ergebnissen:

  • Die Informationsveranstaltungen zum Übertritt in den Jahrgangsstufen 3 und 4 unter Einbeziehung der Beratungslehrkräfte werden sowohl inhaltlich wie auch organisatorisch von der großen Mehrheit der Schulleitungen, Lehrkräfte und Elternbeiratsvorsitzenden begrüßt.
  • Drei Viertel der befragten Lehrkräfte werteten die Einführung einer Zwischeninformation anstelle des Zwischenzeugnisses in Jahrgangsstufen 4 als Entlastung.
  • Nach der Ansicht 72 % der befragten Lehrkräfte und 80 % der Eltern- beiratsvorsitzenden kann die vorgegebene Richtzahl von Leistungs- nachweisen der Kinder erbracht werden.
  • Die Hälfte der befragten Eltern sind der Meinung, dass die Ankündigung der Probearbeiten den Leistungsdruck reduziert.
  • Mehr als die Hälfte der Elternvertreter begrüßen die Ausstellung eines Übertrittszeugnisses für alle Schüler.
  • Gegenüber der Freigabe des Elternwillens nach dem Probeunterricht und dem Ergebnis von 4/4 in Mathematik/Deutsch gibt es unter den Lehr- kräften und Elternvertretern noch Vorbehalte.
  • Zurückhaltend zeigen sich die Lehrkräfte und Schulleitungen hinsicht- lich der Einbeziehung der VERA-Ergebnisse in ihre pädagogische Ein- schätzung des Schülers.

Im Mai hatte der Minister den Startschuss für die Online-Erhebung gegeben. Rund zwei Drittel der Schulleitungen und Klassenlehrkräfte der Jahrgangsstufe 3 und 4 sowie die Hälfte der Elternbeiratsvorsitzenden hatten ihre Meinung abgegeben. Die Neuregelung wurde erstmals in diesem Schuljahr auf die rund 120.000 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 4 der Grundschule angewandt.

Zentrale Elemente des neuen Übertrittsverfahrens sind:

  • eine intensivierte Beratung der Eltern - auch über die Schullaufbahn,
  • eine Übertrittsempfehlung für alle Kinder der 4. Jahrgangsstufe,
  • der Probeunterricht
  • und eine stärkere Einbindung des Elternwillens bei der Wahl der weiterführenden Schule.

Minister Spaenle betonte: "Mit dem Übertrittsverfahren wollen wir den Übergang von der Grundschule zu den weiterführenden Schulen stärker auf die Kinder hin ausrichten und die Eltern bei der Entscheidungsfindung beim Übertritt unterstützen." Er kündigte an: "Wir werden am 25. Juni Lehrkräfte und Eltern zu einem runden Tisch einladen, um die Erfahrungen mit den Neuregelungen weiter zu diskutieren".

Das Modell eines Monitoring bei der Einführung hatte Minister Spaenle bereits bei der Einführung der neuen Oberstufe des Gymnasiums angewandt. Hier hatte der Minister mehrere Erhebungen vor allem zur Belastung der Schülerinnen und Schüler durchgeführt. Auf Problemsituationen wir zu hohe Leistungsanforderungen hatte er mit entsprechenden Maßnahmen reagiert.


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