Verlässliche Unterstützung darf nicht dem Sparprogramm zum Opfer fallen
Mit der vierteiligen Reihe „Schule unter Sparzwang“ macht die GEW Hamburg zum Schulstart auf die Folgen der aktuellen Sparmaßnahmen für Kinder, Jugendliche und die Beschäftigten an Hamburgs Schulen aufmerksam. Zum Auftakt geht es um die Schulbegleitung.
17.08.2026 Hamburg Pressemeldung GEW HamburgKurz vor Beginn des neuen Schuljahres warnt die GEW Hamburg vor erheblichen Risiken bei der Neuorganisation der Schulbegleitung. Während die Schulbehörde von einer Neuordnung spricht, berichten Hamburger Träger von deutlich reduzierten Bewilligungen und einem drohenden Verlust erfahrener Schulbegleitungen. Leidtragende seien vor allem Kinder mit Unterstützungsbedarf.
Bereits im Juni hatte die GEW Hamburg die geplanten Änderungen kritisiert und davor gewarnt, dass notwendige Unterstützung für Schüler:innen eingeschränkt werden könnte.
Nach Informationen aus Hamburger Trägerkreisen wurden für das kommende Schuljahr bei mehreren großen Anbietern deutlich weniger Begleitungsstunden bewilligt. Gleichzeitig berichten Träger, dass sie aufgrund der geänderten Bewilligungen teilweise bis zur Hälfte ihres bisherigen Personals nicht weiterbeschäftigen können. „Wer vertraute Schulbegleitungen verliert, verliert nicht nur Personal – sondern Sicherheit für Kinder“, erklärt Bodo Haß, stellvertretender Vorsitzender der GEW Hamburg. „Gerade Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf brauchen verlässliche Bezugspersonen und keine Experimente auf Kosten ihrer Bildungschancen.“
Nach Informationen aus Hamburger Trägerkreisen setzt die Schulbehörde künftig deutlich stärker auf den Einsatz von Freiwilligendienstleistenden. Gleichzeitig wurden die tatsächlich verfügbaren FSJ-Kapazitäten nach Angaben aus einem Gespräch zwischen Schulbehörde und Trägern Anfang Juli noch geprüft.
Auch aus der Antwort des Senats auf eine Schriftliche Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (Drs. 23/4450) ergeben sich weitreichende Veränderungen bei der Schulbegleitung. So bestätigt der Senat unter anderem, dass pädagogisch und sozialpädagogisch ausgebildete Schulbegleitungen künftig grundsätzlich nur noch in begründeten Ausnahmefällen bewilligt werden sollen und der Einsatz von Freiwilligendienstleistenden ausgeweitet werden soll. „Es wäre fahrlässig, bewährte Strukturen abzubauen, bevor feststeht, ob ausreichend Ersatz zur Verfügung steht“, so Haß. „Selbst wenn die Behörde später nachsteuern muss, sind viele erfahrene Schulbegleitungen längst nicht mehr verfügbar.“
Auch die Elternkammer Hamburg fordert die Aussetzung der geplanten Änderungen. Sie sieht erhebliche Beteiligungs- und Verfahrensmängel und verlangt eine Rückkehr zu den bisherigen Verfahren.
Die GEW Hamburg fordert den Senat auf, die Umsetzung der Reform auszusetzen, bis sichergestellt ist, dass jedes betroffene Kind die notwendige Unterstützung erhält. Gute Arbeitsbedingungen und verlässliche Unterstützung sind gute Lernbedingungen.
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