„Poolmodell-Plus“: Verlässlichkeit erhöhen und Teilhabe verbessern
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Schleswig-Holstein begrüßt das heute (10.09.2026) von der Bürgerbeauftragten Schleswig-Holsteins, Anke Erdmann, vorgeschlagene „Poolmodell Plus“.
10.09.2026 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-HolsteinDie Einführung von Pool-Modellen kann eine sinnvolle Möglichkeit sein, die Qualität schulischer Bildung und die Begleitung von Schüler:innen mit besonderem Unterstützungsbedarf zu verbessern. Dabei muss aber sichergestellt sein, dass einzelne Schüler:innen weiterhin Anspruch auf individuelle Hilfsleistungen haben.
„Die Bündelung von Unterstützungsangeboten in einem Poolmodell ist eine gute Idee. Aber entscheidend muss sein, dass die Teilhabe und die Bildungschancen der Kinder verbessert werden und nicht, ob sich damit Geld sparen lässt!“, machte GEW-Co-Landesvorsitzende Kerstin Quellmann in Kiel deutlich. Ein Pooling-Modell kann nach Ansicht der GEW jedoch nur funktionieren, wenn es nicht dazu führt, dass individuelle Unterstützungsbedarfe übergangen oder Assistenzkräfte zu einer kurzfristig verfügbaren Personalreserve der Schulen gemacht werden.
Die GEW plädiert dafür, dass bei Pool-Modellen zukünftig eine pädagogische Kraft pro Klasse anwesend ist. Diese Klassenassistenz muss umfassend in den schulischen Alltag eingebunden werden. Dafür muss das Land den schulischen Assistenzkräften ausreichend Zeit für Planung, die Vorbereitung von Förderung sowie den Austausch über Schüler:innen zur Verfügung stellen.
Eine verlässliche Zusammenarbeit in der Schule verlangt Planungssicherheit. Deshalb ist es notwendig, dass Klassenassistenzen langfristig und verlässlich an Schulen eingesetzt werden können. Mit der Weiterentwicklung der Poolmodelle steigen zugleich die Anforderungen an die Qualifikation der Beschäftigten. „Wer Schüler:innen im schulischen Alltag unterstützt, übernimmt eine pädagogisch anspruchsvolle Aufgabe. Diese muss angemessen und nach Tarif bezahlt werden“, so Quellmann abschließend.
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