10 Jahre jakobb: Ein Kongress „pusht“ die duale Ausbildung
Unter dem Motto „Ausbildung verbindet – Schule und Betrieb im Dialog“ feierte der Berufsbildungskongress jakobb vom 1.-2. Dezember sein 10-jähriges Jubiläum – mit rund 400 Mitwirkenden und einer starken Keynote von Aladin El-Mafaalani.
05.12.2025 Bundesweit Pressemeldung Klett MEX GmbHAls die Planungen für den ersten Jahreskongress Berufliche Bildung (jakobb) vor über zehn Jahren begannen, steckte Künstliche Intelligenz noch in den Kinderschuhen, die Generation Alpha spielte mit Bauklötzen statt mit Tablets – und Ausbildungsplätze waren leichter zu besetzen: Mehr als 520.000 neue Ausbildungsverträge wurden damals jährlich in Deutschland abgeschlossen, viele Betriebe konnten noch aus dem Vollen schöpfen. Angela Merkel regierte das Land, Flucht und Migration waren noch nicht Teil des öffentlichen Diskurses und das Thema Fachkräftemangel hatte noch nicht die Dringlichkeit, die es heute prägt. Auch berufliche Schulen und Ausbildungsbetriebe standen vor anderen Herausforderungen als heute. „Doch etwas fehlte“, so Dr. Benny Pock, Geschäftsführer der Klett MEX GmbH, und einer der „Gründerväter“ des Kongresses: „Es gab damals kein überregionales Format für Berufsschulleitungen und keines, das die beiden Lernorte der dualen Ausbildung – den betriebliche und den schulischen Teil – zusammenbringt.“ Mit der Mission, das zu ändern, wandte er sich damals an die Verantwortlichen der IHK Region Stuttgart und stieß auf große Zustimmung. Seit der Premiere des Kongresses im Jahr 2015 ist die Riege der Veranstalter gewachen. Neben Klett MEX wirken der BLV BW und das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in enger Kooperation mit der IHK Region Stuttgart sowie dem Didacta Verband e. V. bei der Ausrichtung des jakobb mit, Partner sind WorldSkills Germany e.V. und das Kultusministerium Baden-Württemberg. Theresa Schopper, Ministerin für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg und Schirmherrin des Kongresses, war beim Jubiläum verhindert und wurde bei der Kongresseröffnung durch Staatssekretärin Sandra Boser vertreten.
Ein Jahrzehnt Austausch und Aufbruch
In ihrem Grußwort beglückwünschte sie die Veranstalter des jakobb dazu, dass diese vor rund zehn Jahren für die berufliche Bildung „mit Weitblick ein Format geschaffen“ hätten, bei dem Praxis, Wissenschaft und die Schulverwaltung gleichermaßen zu Wort kommen und der bundesweite Austausch gefördert wird. Die Staatssekretärin erklärte, dass das hohe Ansehen, welches das System der dualen Ausbildung weltweit genießt, eine „Gemeinschaftleistung“ darstelle und es auch künftig wichtig sei, den Dialog zwischen Ausbildungsbetrieben, Kammern, Sozialpartnern und beruflichen Schulen weiterhin zu pflegen. Die Erfolgsquote bei den Abschlussprüfungen der dualen Ausbildung lag im Jahr 2023 im Bundesdurchschnitt bei 88 Prozent. Baden-Württemberg erreichte hier mit einer Quote von 92,6 Prozent den besten Wert aller Bundesländer – ein Erfolg, den auch Andrea Bosch, Leiterin der Abteilung Berufliche Bildung und Fachkräfte der IHK Region Stuttgart, in ihrem Fazit zum Jubiläumskongress betont: „Die duale Ausbildung verbindet Praxis und Theorie – Unternehmen mit Berufsschulen. Wenn diese Zusammenarbeit gelingt und praxisnahe Tätigkeiten, wie der Umgang mit KI, sowohl in der Schule als auch im Betrieb vermittelt werden, können hervorragende Leistungen entstehen. Das beweisen die aktuellen Auszubildenden der Region mit ihren Abschlüssen eindrucksvoll: Zehn von ihnen zählen bundesweit zu den Besten in ihrem Ausbildungsberuf. Schön, dass der jakobb bereits zum zehnten Mal alle Akteure zusammenbringt und so dazu beiträgt, eine qualitativ hochwertige Ausbildung möglich zu machen“.
Superdiversität und Ausbildungschancen in einer alternden Gesellschaft
Doch beim Kongressjubiläum ging es nicht nur um bereits erreichte Erfolge – auch der tiefgreifende Transformationsprozess im Ausbildungsmarkt und die adäquate Vorbereitung auf künftige Herausforderungen, vor denen Betriebe und berufliche Schulen stehen, wurden intensiv diskutiert. Darauf eingestimmt wurden die rund 400 Teilnehmenden durch die alarmierende Keynote des bekannten Soziologen Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani von der TU Dortmund. Er machte deutlich, dass die Gruppe der zukünftigen Ausbildungskanditatinnen und -kandidaten nicht nur die kleinste Bevölkerungsgruppe, sondern zugleich die diverseste aller Altersgruppen darstellt. Durch Zunahme von Zuwanderung aus immer mehr Herkunftsländern – wobei jede einzelne „Gruppe“ in sich immer diverser wird – komme es zur sogenannten „Superdiversität“. Und diese„Diversifizierung von Diversität“ fordere alle Institutionen und Professionen heraus, so der Soziologe. Das, was in allgemeinbilden Schulen bereits jetzt Realität ist – etwa eine Grundschule mit 180 Kindern, die aus 50 Herkunftsländern stammen und 23 unterschiedliche Sprachen sprechen – wird in naher Zukunft auch die berufliche Bildung erreichen. Auf die Rahmenbedingungen von Jugendlichen, die bald in den Arbeitsmarkt kommen und die Generation der Baby Boomer ersetzen sollen, ging Prof. Dr. El-Mafaalani eindrucksvoll am Beispiel des Geburtsjahrgangs 2007 ein. „Flüchtlingskrise“, Pandemie, Ukraine-Krieg und Energiekrise sind nur einige der Rahmenbedingungen, unter denen diese „übersehene Generation“ groß geworden ist. Und in deren Sozialisation sei der „Ausnahmezustand der Normalzustand gewesen“, so der Soziologieprofessor. Da die beschriebenen Effekte und die damit verbundenen Herausforderungen uns nicht mehr verlassen werden, sei der einzig mögliche Weg, eine Verbesserung zu erzielen, produktiv und positiv darauf einzugehen. Für Lehrkräfte beispielsweise bedeute dies, dass sie sich von der traditionellen Rolle der Fachexpertinnen und -experten verabschieden müssten, so Aladin El-Mafaalani.
Nachwuchs gewinnen und halten – und wie KI und Erkenntnisse aus der Psychologie dabei helfen
In den anschließenden vier Vortragsrunden hatten die Kongressbesucherinnen und -besucher die „Qual der Wahl“ aus insgesamt 28 Sessions zu Themen wie Demokratieförderung in der beruflichen Bildung, der Rolle von Medien und KI im Alltag von Auszubildenden, dem sinnvollen KI-Einsatz in Ausbildungsprozessen oder erfolgreichem Ausbildungsmarketing. Dabei wurden auch Erkenntnisse aus der Psychologie vorgestellt – etwa im Workshop mit dem „Bildungstexter“ Jan Peilert zu den vier Azubitypen, im Vortrag von Astrid Funken (BARMER DURCHBLICKT) zu „Mental Health in Zeiten von digitaler Überlastung“ oder im Impuls von „Azubi-Supporterin“ Lisa Kühn zu Mental Load bei Auszubildenden. Fast schon Tradition hat beim jakobb der Blick „über den Tellerrand“ in den Profisport zum Abschluss des ersten Kongresstages. Diesmal stellte sich der ehemalige Fußballprofi und heutige VfB-Markenbotschafter Cacau den Fragen von Dr. Benny Pock und erklärte anschaulich, was die duale Ausbildung vom Profifußball lernen kann. Am Abend wurde bei der Kongressparty auf „10 Jahre jakobb“ angestoßen, bevor die Teilnehmenden sich am zweiten Kongresstag auf Exkursion begaben: Zu den Best-Practice-Ausbildungsbetrieben und innovativen berfusbildenden Schulen, die in diesem Jahr besucht wurden, zählten unter anderem die Alfred Kärcher SE & Co. KG, die Stuttgarter Straßenbahnen AG und die Hedwig-Dohm-Schule in Stuttgart. Ob Promitalk, Praxis-Workshops oder Exkursionen: Der jakobb hat bei seinem Jubiläum erneut gezeigt, wie man die duale Ausbildung mit frischen Impulsen voranbringt – oder wie Moderatorin Julia Raizner es treffend formulierte: „Der jakobb pusht die duale Ausbildung.“
Von Stuttgart in die Hauptstadt
„Besonders gefreut hat mich, dass so viele Wegebegleiterinnen und Wegbegleiter, die uns beim jakobb über die vergangenen zehn Jahre die Treue gehalten haben, auch dieses Jubiläum mit uns gefeiert haben – Schulter an Schulter mit uns Veranstaltern“, so Klett-MEX-Geschäftsführer Dr. Benny Pock. Aktuell feilen er und sein Team bereits am Programm für den nächsten jakobb, der im Frühjahr erstmals auch in Berlin stattfinden wird. Am 29. und 30. April 2026 feiert das Treffen des „Who’s who der beruflichen Bildung“ seine Premiere in der Hauptstadt und wird gemeinsam mit dem Christiani Ausbildertag im Ludwig-Erhard-Haus, dem Sitz der IHK Berlin, abgehalten. Vorab bietet Klett MEX am 26. März 2026 zur Einstimmung ein kostenfreies Digitalevent an, bei dem es in einer Keynote und zwei kompakten Workshoprunden um neue Impulse zu Digitalität und KI in der dualen Ausbildung und Best Practices zur Nachwuchsgewinnung gehen wird. Am 26. und 27. November 2026 kehrt der jakobb dann zurück an seine „Geburtsstätte“ Stuttgart. Tickets für alle drei Veranstaltungen sind bereits erhältlich. Aktuelle Informationen findet man auf der Website jakobb.de.
Über Klett MEX
Die Klett MEX GmbH ist ein Unternehmen der Klett Gruppe. Das Leistungsspektrum der Stuttgarter Full-Service-Agentur umfasst dabei die drei Kernfelder „Beraten“, „Entwickeln“ sowie „Vernetzen & Vermarkten“. Für Stiftungen, Ministerien, Unternehmen, Verbände, Hochschulen und NGOs setzt Klett MEX innovative Bildungsprojekte um. Zu wichtigen Bildungsthemen und -bereichen hat die Agentur eigene Marken aufgebaut und fungiert damit als Impulsgeber, Orientierungsstifter und Vernetzer.
Um den Neustart der beruflichen Bildung aktiv mitzugestalten, hatt Klett MEX im Jahr 2015 den Jahreskongress Berufliche Bildung (jakobb) ins Leben gerufen. Das innovative Praxis-Event bringt mit den drei Formaten Kongress, Fachmesse und Exkursionsprogramm die betrieblichen und die schulischen Seiten der dualen Ausbildung miteinander ins Gespräch. Veranstalter des jakobb sind die Klett MEX GmbH, der BLV BW und das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in enger Kooperation mit der IHK Region Stuttgart sowie dem Didacta Verband e. V.. Partner sind das Kultusministerium Baden-Württemberg und WorldSkills Germany e.V.
Ansprechpartner
Klett MEX GmbHAnne Kaulfuß
Telefon: 0711 89462-247
E-Mail: a.kaulfuss@klett-mex.de
Web: http://www.klett-mex.de/
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