10 Jahre #excitingedu: Ein Kongress schreibt Bildungsgeschichte
10 Jahre #excitingedu Kongress hieß es am 8. und 9. Oktober in Berlin. Mit über 700 Lehrkräften, Schulleitungen und Schulträgern wurde die große Geburtstagsparty des innovativen Kongresses für schulische Bildung im Zeiss-Großplanetarium gefeiert.
15.10.2025 Bundesweit Pressemeldung Klett MEX GmbHNeben Feierstimmung bot das Bildungsevent mehr als 50 Workshops, Panels und Vorträge, die zeigten, wie Schule mit Mut, Engagement und Kreativität weitergedacht werden kann. Viel Beifall gab es für die Keynotes von Anne Sliwka und Marina Weisband.
Nach dem #excitingedu Kongress in Berlin überschlugen sich auf den Social-Media-Kanälen die Lobeshymnen. Vom „Mut zur Veränderung“, einem neuen „Mindset“, einer „sehr besonderen Atmosphäre“ oder einer „inspierenden Mischung“ aus „Neugier, Zuversicht und Energie“ war da die Rede. In den zahlreichen Postings von Teilnehmenden und Mitwirkenden tauchte vor allem ein Begriff immer wieder auf: Klassentreffen. Schließlich ist es kein Geheimnis, dass sich unter den 7.970 Akteuren aus der schulischen Bildung, die in den vergangenen zehn Jahren am #excitingedu Kongress teilgenommen haben, etliche „Wiederholungstäter“ finden lassen. Zur Eröffnung der Jubiläumsveranstaltung im Saal des Zeiss-Großplanetariums präsentierten die beiden Moderatorinnen Anna Ginkel und Andrea Seitz die beeindruckende Teilnehmerzahl und lüfteten in ihrer „Facts and Figures“-Bilanz auch das bislang gut gehütete Geheimnis um die Entstehung des Kongresses. Dazu wurden die Gründerväter und gemeinsamen Ausrichter des Events – Dr. David Klett, Vorstand der Klett Gruppe, Tim Florian Horn, Vorstand der Stiftung Planetarium Berlin und Dr. Benny Pock, Geschäftsführer der Agentur für Bildungskommunikation Klett MEX – auf die Bühne geholt. Sie durften dabei nicht nur an die Anfänge erinnern, sondern auch mithilfe einer echten Sternschnuppe ihre Wünsche für die Zukunft des innovativen Bildungsevents loswerden – allerdings mit umgekehrter Psychologie, damit die eigentlich geheimen Wünsche tatsächlich in Erfüllung gehen. Dr. David Klett hatte diese allerdings bereits zuvor in seinem Grußwort zum Jubiläum der Öffentlichkeit verraten: „Ich habe das Gefühl, die Welt wird nicht langweiliger, sondern spannender. Und so freue ich mich auf viele weitere Jahre, in denen wir von und mit #excitingedu lernen können, wie man mit digitalen Medien guten Unterricht machen und Kindern und Jugendlichen helfen kann, lebensfest und fit für die Zukunft zu werden.“
Welchen Beitrag Bildungsverwaltung, Schulaufsicht und Schulträger hier leisten können, wurde diesmal vor dem offiziellen Kongressbeginn in einem #excitingedu Special diskutiert. Neben einer Keynote von Prof. Dr. Stephan Huber (JKU Linz) zu innovativer Schul- und Unterrichtsentwicklung und strategischer Zusammenarbeit in der Bildungslandschaft erhielten die 100 Gäste dieses exklusiven Specials die Gelegenheit, sich im Rahmen eines Barcamps und eines World Cafés auszutauschen und zu vernetzen.
Keynote von Prof. Dr. Anne Sliwka: Lernen und Prüfen neu denken
Den Auftakt des Fachprogramms beim ausverkauften Jubiläumskongress machte Prof. Dr. Anne Sliwka mit einer Keynote zur Transformation des Lernens und Prüfens an Schulen. Die Bildungswissenschaftlerin von der Universität Heidelberg und Gründerin der Deeper-Learning-Initiative forderte nichts weniger als einen Kulturwandel an Schulen: „Man kann Lernen nicht verändern, ohne Prüfen zu verändern“, betonte sie – und verwies auf Studien wie das aktuelle Leopoldina-Gutachten, das Selbstregulationskompetenzen als Schlüssel für Lernfreude und Leistung bestätigt.
Sliwka zeigte in ihrer Keynote, wie sich Wissenserwerb, Teamarbeit und die „4K-Kompetenzen“ – Kommunikation, Kooperation, kritisches Denken und Kreativität – zu einem ganzheitlichen Lernprozess verbinden lassen. Prüfungen sollen dabei Teil des Lernens werden und Schülerinnen und Schüler selbst Qualitätskriterien für ihre Arbeiten entwickeln. Im anschließenden Panel diskutierte Anne Sliwka gemeinsam mit dem Berliner Staatssekretär Dr. Torsten Kühne, Bildungsaktivisten Bob Blume, dem Berliner Gymnasiasten Nuri Falkenberg sowie Verleger Dr. David Klett über die Umsetzbarkeit dieses Ansatzes und darüber, „was Schulen wirklich brauchen“. Man war sich einig: Für diese Transformation braucht es Mut, Kreativität – und Lehrkräfte, die Neues wagen.
Marina Weisband setzt auf Verantwortung statt Hilflosigkeit
Auch die zweite Keynote sorgte beim Kongresspublikum für Begeisterung – was man sowohl am Applaus im Planetariumssaal als auch an den anschließenden Reaktionen auf Social Media ablesen konnte. Mitreißend und persönlich sprach die Beteiligungspädagogin und Psychologin Marina Weisband über Demokratie, Verantwortung und digitale Bildung. In ihrer Keynote beschrieb sie das psychologische Konzept der „erlernten Hilflosigkeit“, das viele Jugendliche erleben, wenn sie glauben, ohnehin nichts verändern zu können.
Doch, so Weisband: „Keine Generation hatte je so viele Möglichkeiten, etwas zu bewegen.“ Mit ihrem Projekt aula zeigt sie bereits seit 2014, wie digitale Beteiligung Schülerinnen und Schülern echte Mitbestimmung ermöglicht. Über eine App können diese an ihrer Schule Ideen auf den Weg bringen und an Entscheidungen darüber mitwirken – niedrigschwellig, verbindlich und begleitet.
Echte Selbstwirksamkeit, so Weisband, entstehe nicht in Projektwochen, sondern durch eine Schulkultur, die Verantwortung im Alltag ermöglicht. Dafür brauche es Lehrkräfte, die die Anliegen der Kinder und Jugendlichen „radikal ernst nehmen“.
Fachinput, Vielfalt und Planetariumszauber
Um Themen wie Partizipation, Demokratiebildung, Kommunikation, Führungs- und Teamfähigkeiten, digitale Bildung und Schulentwicklung ging es anschließend in den rund 50 Sessions des zweiten Kongresstages. In fast allen spielte auch der Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) im Schulalltag eine Rolle. „Es kommt darauf an, dass wir als Menschen das Heft des Handelns selber in der Hand behalten und die Situation selber gestalten“, hatte Anne Sliwka in ihrer Keynote für den Umgang mit KI gefordert. In den Workshops wurde nicht nur gezeigt, wie das gelingen kann – zum Beispiel beim diklusiven Lernen mit KI-Assisstenz, KI-gestütztem Storytelling oder der Stärkung von Beziehungskompetenz im Klassenzimmer mithilfe von KI-Chatbots –, sondern auch, wo die Grenzen der Technologie liegen – etwa beim Korrigieren mit KI.
Doch nicht nur der fachliche Input, auch das Rahmenprogramm und die Themen-Specials kamen beim Kongresspublikum gut an. So interviewte der Lehrer und Schulentwickler Murat Alpoguz im Format „Outside the Box“ zunächst Svenja Brunckhorst, Olympiasiegerin von Paris 2024 und eine der erfolgreichsten deutschen Basketballspielerinnen, sowie die Dragqueen Vicky Voyage, bevor er anschließend für die Session „Hit the Hot Seat: Jugendliche reden Klartext“ Berliner Schülerinnen und Schüler auf die Bühne holte.
Zum ganz besonderen Spirit des beliebten Bildungsevents trugen erneut auch die einzigartige Atmosphäre der Kongresslocation und die abendliche Sternstunde mit Planetariums-Direktor Tim Florian Horn bei. Diese ist inzwischen fester Bestandteil des Programms und sorgt jedes Jahr aufs Neue für Erstaunen bei den Teilnehmenden. Mitorganisator Dr. Benny Pock bestätigt: „Diese Location ist ganz eng verbunden mit unserem Kongress. Dass wir mit der Stiftung Planetarium Berlin über die ganzen Jahre so wunderbar zusammenarbeiten, macht uns sehr dankbar.“ Auch im kommenden Jahr findet der #excitingedu Kongress wieder im Zeiss-Großplanetarium statt, und zwar am 7. und 8. Oktober 2026. Early-Bird-Tickets zum Vorzugspreis von 69,- Euro für beide Kongresstage sind bereits erhältlich unter www.excitingedu-kongress.de.
Über Klett MEX
Die Klett MEX GmbH ist ein Unternehmen der Klett Gruppe. Das Leistungsspektrum der Stuttgarter Full-Service-Agentur umfasst dabei die drei Kernfelder „Beraten“, „Entwickeln“ sowie „Vernetzen & Vermarkten“. Für Stiftungen, Ministerien, Unternehmen, Verbände, Hochschulen und NGOs setzt Klett MEX innovative Bildungsprojekte um. Zu wichtigen Bildungsthemen und -bereichen hat die Agentur eigene Marken aufgebaut und fungiert damit als Impulsgeber, Orientierungsstifter und Vernetzer.
Eine Plattform für die Schule der Zukunft und innovativen Unterricht in einer Kultur der Digitalität zu schaffen, das ist der Ansatz, den Klett MEX mit #excitingedu verfolgt. Seit 2015 findet in Berlin unter dieser Marke einer der bekanntesten und innovativsten deutschen Bildungskongresse statt. Ergänzt wird das Portfolio von #excitingedu durch digitale sowie analoge Fortbildungs- und Networking-Events, einen Blog, einen Newsletter sowie Social-Media-Accounts, die #excitingedu zum „Info-Hub“ der digitalen Schule machen.
Ansprechpartner
Klett MEX GmbHAnne Kaulfuß
Telefon: 0711 89462-247
E-Mail: a.kaulfuss@klett-mex.de
Web: http://www.klett-mex.de/
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