Ahnen: Neue Wege für mehr Bewegung in Kindertagesstätten
"Kinder brauchen für ihre Entwicklung möglichst vielfältige Angebote. Gerade für die körperliche und gesundheitliche Entwicklung sind dabei ein bewegungsförderndes Umfeld und heute oft auch gezielte Anreize zu Sport und Spiel wichtig. Daher unterstützt das Land eine ganze Reihe von Sport- und Bewegungsangeboten direkt in Kindertagesstätten, fördert die Weiterbildung von Erzieherinnen und Erziehern und realisiert diese Maßnahmen gemeinsam mit der Sportjugend Rheinland-Pfalz." Das unterstrich Bildungs- und Jugendministerin Doris Ahnen zum Abschluss der ersten von Ministerium und Sportjugend getragenen Weiterbildungsbildungsmaßnahme "Psychomotorik in der Kindertagesstätte" heute in Bad Kreuznach und überreichte 19 Erzieherinnen die Abschlusszertifikate.
10.09.2004 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-PfalzVon einer bewegten Kindheit´ (im wahrsten Sinne des Wortes) könne bei vielen Kindern heute keine Rede mehr sein, stellte Doris Ahnen fest. Nach einschlägigen Statistiken säßen Kinder im Alter zwischen 3 und 13 Jahren im Durchschnitt täglich 90 Minuten vor dem Fernsehgerät, bei vielen komme dazu noch eine erkleckliche Zeit, die sie vor dem Computerbildschirm verbringen. Nicht bei allen Kindern zeige sich Bewegungsmangel so deutlich wie bei den mittlerweile 20 Prozent, die als übergewichtig eingestuft werden müssten, oder bei Kindern mit eindeutigen Haltungsschäden, sagte die Jugendministerin. Meist unerkannt als Symptome für Bewegungsmangel blieben häufig Probleme wie Wahrnehmungs- und Koordinierungsstörungen, mangelnde Konzentrationsfähigkeit und übertrieben ängstliches oder aggressives Verhalten. "Gerade in solchen Fällen bietet das psychomotorische Training Erzieherinnen und Erziehern Möglichkeiten ganz gezielt anzusetzen. Hinzu kommt, dass die Erzieherinnen und Erzieher durch diese Ausbildung auch sehr viel besser in der Lage sind, Bewegungsmängel zu diagnostizieren und - gemeinsam mit den Eltern - neue Entwicklungsimpulse zu setzen", unterstrich Doris Ahnen.
Die Erweiterung der Bewegungserfahrung und die Vermittlung der Freude an sportlicher Bewegung sei schon seit längerem eines der wichtigen Ziele der Arbeit in Kindertagesstätten, so die Jugendministerin. In den vergangenen beiden Jahren seien beispielsweise gemeinsam mit der Sportjugend Rheinland-Pfalz 27 Sport- und Bewegungsprojekte in Spiel- und Lernstuben sowie Horten in sozialen Brennpunkten umgesetzt worden; im laufenden Jahr würden rund 30 solcher Projekte vom Jugendministerium unterstützt. Seit Jahren gebe es zudem eine fruchtbare Zusammenarbeit mit der Sportjugend in der so genannten "bewegungsorientierten Gesundheitsförderung". Rund 400 Kooperationen zwischen Kindertagesstätten und Sportvereinen seien ein deutlicher Beleg dafür, dass dieses gemeinsame Engagement Früchte trage. Diese Bemühungen seien in eine Gesamtkonzeption der Elementarerziehung eingebettet, unterstrich die Bildungs- und Jugendministerin: "Wie die neuen Bildungs- und Erziehungsempfehlungen für Kindertagesstätten besonders anschaulich zeigen, wollen wir in den Kindertagesstätten nicht nur die Chance zur Verbesserung der Sprach- und der Lesekompetenz oder zur Förderung der Kreativität auf verschiedenen Feldern nutzen, sondern auch zur Unterstützung der kognitiven, affektiven, sozialen und körperlichen Entwicklung der Kinder durch eine gezielte Bewegungserziehung beitragen."
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