Niedersachsen

Althusmann: "Wir werden eine flächendeckende Ausbildungsinfrastruktur erhalten"

Kultusminister Dr. Bernd Althusmann hat heute beim "Berufsschultag" in Hannover deutlich gemacht, dass die berufsbildenden Schulen in allen Regionen Niedersachsens auch in Zeiten des demografischen Wandels auf die volle Unterstützung der Landesregierung zählen können.

17.10.2012 Pressemeldung Niedersächsisches Kultusministerium

"Der Schülerrückgang in Niedersachsen wird sich immer stärker auch auf die berufsbildenden Schulen auswirken. Auch wenn wir davon ausgehen, dass die regionale Entwicklung höchst unterschiedlich ausfällt: Wir werden eine flächendeckende Ausbildungsinfrastruktur erhalten, die den Bedürfnissen vor Ort entspricht. Das gilt für berufsbildende Schulen in Großstädten ebenso wie in ländlichen Regionen", sagte der Niedersächsische Kultusminister. "Unsere berufsbildenden Schulen sind als zuverlässige starke Partner der regionalen Wirtschaft zukunftsgerichtet aufgestellt und eng mit den allgemein bildenden Schulen verzahnt. Gemeinsam mit den kommunalen Schulträgern haben wir ein flächendeckendes Netz moderner Bildungseinrichtungen geschaffen, an denen eine Vielzahl von Qualifikationen erworben werden können."

Der Minister erklärte, dass die Sicherung eines wohnort- und betriebsnahen Angebots von Teilzeit-Berufsschulen im Mittelpunkt der künftigen Entwicklung des berufsbildenden Schulwesens stehe. "Im Einklang mit den niedersächsischen Unternehmen, Kammern und Verbänden ist und bleibt es unser Ziel, Jugendlichen vorrangig eine duale Ausbildung zu ermöglichen. Die vollschulischen Angebote, die wir in den letzten Jahren modernisiert haben, sind als Ergänzung dazu zu sehen", sagte Althusmann.

Dr. Bernd Althusmann kündigte an, in diesem Zusammenhang sorgfältig und in enger Abstimmung mit allen Beteiligten zu prüfen, ob der Anmeldetermin für berufliche Vollzeitschulangebote vom bisher üblichen Februar in den Mai oder Juni verschoben werden könnte. Ziel dieser Verlegung wäre es – wie auch in einem vom Landtag beschlossenen Entschließungsantrag formuliert –, "den Bewerbungszeitraum für eine betriebliche Ausbildung zu verlängern und damit mehr Jugendlichen den Einstieg in die betriebliche Ausbildung zu ermöglichen". "Ein pragmatischer Weg wird zeitnah mit Kammern, Verbänden und Unternehmensvertretern sowie Vertreterinnen und Vertretern der berufsbildenden Schulen gefunden", sagte der Minister.

Althusmann stellte einige Veränderungen vor, mit denen die 134 öffentlichen berufsbildenden Schulen auf den Schülerrückgang vorbereitet werden. "Wir verbessern die Unterrichtsstundenzuweisung gerade für kleine Bildungsgänge in der Berufsschule mit einem Stufenkonzept. Wenn es nur wenige Schülerinnen und Schüler gibt, die an einem Standort gemeinsam eine Berufsschulklasse besuchen, weisen wir der Schule künftig mehr Lehrerstunden zu." In der ersten Stufe sollen ab dem Schuljahr 2013/14 ab 7 Schülerinnen und Schüler 80 Prozent des vollen Sollstundenwerts zugewiesen werden (bisher 62,5 Prozent). Weitere Verbesserungen werden geprüft.

Der Minister präsentierte außerdem bereits das erste Ergebnis der erst vor zwei Monaten eingesetzten Arbeitsgruppe "Überprüfung und Weiterentwicklung des Budgetierungs- und Steuerungskonzepts für berufsbildende Schulen als Regionale Kompetenzzentren (ReKo)": "Wir erleichtern den berufsbildenden Schulen die Besetzung von Funktionsstellen. Alle Funktionsstellen werden den Schulen mit voller Stelle und vollem Budget zugewiesen. Damit verteilen wir die vorhandenen Stellen bedarfsgerecht auf die Schulen und sorgen dafür, dass die bislang zum Teil zögerlichen Einstellungen in diesem Bereich nun zügig nachgeholt werden können", sagte Althusmann. Zu den Funktionsstellen, die nach A 10, A 14 bzw. A 15 besoldet werden, zählen beispielsweise Stellen zur Koordinierung schulfachlicher Aufgaben. Die Stellen werden nach Budget-Soll-Stunden verteilt. Für jede zugewiesene Stelle wird eine Schule zusätzlich sieben Anrechnungsstunden erhalten. Die Ausschreibung der Stellen hat bereits begonnen. Dr. Bernd Althusmann kündigte an, dass der Abschlussbericht der Arbeitsgruppe in wenigen Wochen vorliegen werde.

Zum "Berufsschultag" hatten der Berufsschullehrerverband Niedersachsen e.V. (BLVN) und der Verband der Lehrerinnen und Lehrer an Wirtschaftsschulen – Landesverband Niedersachen (VLWN) eingeladen.


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