Forderung

Ausbildungs- statt Abwrackprämie

„Der Übergang ins Berufsleben muss für die Schülerinnen und Schüler, die jetzt ihren Abschluss machen gewährleistet werden“, fordert Jürgen Böhm, der Bundesvorsitzende des Deutschen Realschullehrerverbandes (VDR). 

13.05.2020 Bundesweit Pressemeldung Verband Deutscher Realschullehrer
  • © Marco Urban Jürgen Böhm, Bundesvorsitzender des Deutschen Realschullehrerverbandes

Den Jugendlichen, die ihren Haupt- oder Realschulabschluss erfolgreich absolvieren, müssen Perspektiven geboten werden können. Es sei jedoch in der derzeitigen Krise für viele Unternehmen extrem schwierig zuversichtlich in die Zukunft zu blicken. Viele hätten durch die Pandemie massive ökonomische Probleme und würden als Konsequenz ihre Ausbildungskapazitäten zurückfahren.  

„Bevor der Staat Gelder für einseitige Vorhaben ausgibt, sollte er den Unternehmen Ausbildungsprämien zahlen, die direkt den jungen Menschen zugutekommen“, so Böhm. Gerade die mittelständischen Unternehmen bräuchten Anreize, Jugendliche in die duale Ausbildung aufzunehmen.  

Die Schüler hätten schließlich an den Schulen bis zum 13. März vollen Unterricht gehabt und entsprechende Leistungen erbracht. Zudem beinhalte eine Abschlussprüfung in der Regel Themen aus allen bisherigen Jahrgangsstufen, was auch in der Zeit der Krise wiederholt, vertieft und geübt werden konnte. Die Schüler seien daher für eine Ausbildung gerüstet. 

„In Zeiten eines massiven Fachkräftemangels kann man es sich nicht leisten, einen Jahrgang ohne Ausbildungsmöglichkeiten und Zukunftsperspektiven zurückzulassen“, gibt der Bundesvorsitzende zu bedenken. Böhm hofft, dass man jetzt nicht in eine Phase der Nicht-Ausbildung eintritt und appelliert an die Betriebe: „Bitte bildet die Jugendlichen aus. Wir dürfen unseren „Rolls Royce“, unsere Weltmarktführung in Sachen der dualen Berufsausbildung nicht aufs Spiel setzen!“ 


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