Referendariat

Bayern braucht alle Lehrer – jetzt!

(pm) Die Bayerische Staatsregierung diskutiert derzeit einen Gesetzesentwurf, mit dem die Zulassung zum Referendariat eingeschränkt werden soll. Die geplante Zulassungsbeschränkung würde bedeuten, dass angehende Lehrerinnen und Lehrer ihre Ausbildung nicht abschließen können. "Lehrerin oder Lehrer ist man erst nach dem Referendariat", sagt Klaus Wenzel, der Sprecher des Forum Bildungspolitik in Bayern. "Das Studium allein öffnet nicht die Tür zum Klassenzimmer."

24.09.2015 Artikel

Bayern sei eines der wenigen Bundesländer, in denen die Zulassung zum Referendariat bisher nicht eingeschränkt werde. Diese begrüßenswerte Regelung solle nun geändert werden, damit nicht immer wieder fertig ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer, selbst solche mit Bestnoten, auf der Straße stünden. Studierende erst nach Jahren zum zweiten Teil ihrer Ausbildung zuzulassen, verschiebe das Problem nach unten. "Dann stehen eben nicht Lehrer auf der Straße, dann hängen Studierende in der Luft", sagt Wenzel. Der sogenannte "Schweinezyklus" in der Lehrerbildung könne so nicht außer Kraft gesetzt werden.

Mit der geplanten Änderung des Lehrerbildungsgesetzes wolle das Kultusministerium Studienanfänger vom Studium geisteswissenschaftlicher Fächer insbesondere fürs Gymnasium abhalten, da die regelmäßigen Warnungen des Ministeriums vor bestimmten Studiengängen sich als wirkungslos erwiesen hätten. Wenzel warnt vor den Folgen der Gesetzesänderung: "Eine lange Wartezeit bis zum Referendariat könnte Studierende auch davon abhalten, Mathe- oder Physiklehrer zu werden - doch die brauchen wir dringend!" Die geplante Änderung des Lehrerbildungsgesetzes werde mehr schaden als nützen.

Das Forum Bildungspolitik fordert, dass auch in Zukunft alle Lehramtsstudierenden unmittelbar nach Abschluss des Studiums mit dem Referendariat beginnen können, unabhängig von Schulart und Studienfächern. Die größten Herausforderungen der Bildungspolitik - Inklusion und die Integration von Flüchtlingskindern - seien nur mit mehr Personal zu meistern. "Gerade jetzt werden alle jungen Lehrerinnen und Lehrer gebraucht. Es wäre fahrlässig, ihnen den Zugang zu den Schulen zu erschweren", sagt Wenzel.


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