Berufliche Zukunft: Komm, mach MINT!

MINT ist mehr als nur eine Farbe. MINT steht auch für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik - und damit für spannende und zukunftsweisende Berufe. Mit einem Nationalen Pakt will die Bundesregierung Frauen für diese Berufe begeistern.

17.06.2008 Pressemeldung Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

"Wir brauchen mehr Rollenvorbilder, bessere Informationen über den Berufsalltag und Angebote, die bei jungen Mädchen frühzeitig das Interesse an Naturwissenschaft, Mathematik und Technik wecken und erhalten", sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan bei der Auftaktveranstaltung in Berlin.

Deshalb gab sie den Startschuss für den Nationalen Pakt für Frauen in Naturwissenschaft und Technik. Unter dem Motto "Komm, mach MINT!" will die Bundesregierung mit mehr als 40 Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik Frauen für diese Zukunftsberufe gewinnen. Das Bundesbildungsministerium wird für diesen Pakt jährlich rund 3 Millionen Euro bereit stellen.

Mädchen und junge Frauen: im Bildungssystem besonders erfolgreich

Die Ausgangssituation ist gut. Denn junge Frauen in Deutschland sind so qualifiziert wie noch nie. Sie bringen die besten Voraussetzungen gerade für technische und naturwissenschaftliche Berufe mit. Denn 56 Prozent eines Abiturjahrganges sind Frauen. Sie studieren später erfolgreicher als die Männer.

Allerdings: Ihr Anteil an Ausbildungs- und Studiengängen im MINT-Bereich ist niedrig. Nur 9 Prozent fangen zum Beispiel in Elektrotechnik ein Studium an, 17 Prozent - und damit weit weniger als Jungen - studieren Informatik. Weniger Frauen machen Karriere. Nur etwa 9 Prozent der Professuren im Bereich der Naturwissenschaften und der Mathematik waren im Jahr 2006 mit Frauen besetzt.

Die Realität: Frauen im IT-Bereich deutlich unterrepräsentiert

Auch in der beruflichen Ausbildung ist das Bild nicht viel anders. 2007 lag der Frauenanteil bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen in vier IT-Ausbildungsberufen bei 12,3 Prozent. In naturwissenschaftlichen und technischen Studiengängen sind Frauen deutlich unterrepräsentiert.

"Wir müssen die jungen Frauen jetzt motivieren, diese hervorragenden Chancen in ihrer Studien- und Berufswahl auch zu nutzen. Dafür müssen wir all unsere Kräfte bündeln", so Schavan. Vorbilder sollen jungen Frauen signalisieren, dass sie in den MINT-Berufen gebraucht werden. MINT muss "cool" werden.

Hervorragende Berufsaussichten in den MINT-Berufen

Bis zum Jahr 2013 werden 330.000 Akademikerinnen und Akademiker aus der Wirtschaft in den Ruhestand gehen - davon 70.000 Naturwissenschaftler und 85.000 Ingenieure. Außerdem kann schon heute der hohe Bedarf der Wirtschaft an gut ausgebildeten Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftlern nicht gedeckt werden.

Technische und naturwissenschaftliche Berufe bieten attraktive Karriere- und Verdienstmöglichkeiten - für beide Geschlechter. Bis heute wird das Potenzial von Frauen für diese Zukunftsberufe jedoch nicht genutzt. Damit Deutschland auch in Zukunft seinen Innovationsvorsprung im MINT-Bereich verteidigt, wollen alle Paktpartner ihre Aktivitäten in dem Nationalen Pakt bündeln.

Konkrete Schritte sollen Frauenanteil deutlich erhöhen

Ein realistisches Bild der MINT-Berufe soll jungen Frauen aufzeigen, welche Chancen sie in diesen Feldern haben. Gemeinsames Ziel der Paktpartner ist es, den Anteil an Studienanfängerinnen in den naturwissenschaftlich-technischen und ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen um fünf Prozent zu erhöhen. Bei Neueinstellungen sollen Frauen entsprechend ihres Anteils unter den Absolventen dieser Studiengänge berücksichtigt werden. Deutlich mehr Frauen sollen Führungspositionen übernehmen. Mit dem Pakt soll ein Signal für eine familienfreundlichere Kultur in Unternehmen und in der Wissenschaft ausgehen.

Die Unterzeichnung des Paktes war zugleich Startschuss für den Internetauftritt der Initiative. Frauen, aber etwa auch Lehrerinnen und Lehrer, Verantwortliche im Bereich der Personalgewinnung und der Ausbildung können sich dort ausführlich informieren. Mehr als 350 Projekte sollen Lust auf "Komm, mach MINT!" machen.

MINT-Pakt

Die Deutsche Telekom Stiftung und die Fraunhofer-Gesellschaft beteiligen sich mit einem gemeinsamen Angebot aus Ingenieur-Akademien und Talent Schools an dem Pakt. Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) hat ein Projekt entwickelt, mit dem junge Mädchen gezielt über Rollenvorbilder aus dem MINT-Bereich angesprochen werden. Die Bundesagentur für Arbeit verstärkt ihre Berufsorientierungsmaßnahmen speziell für junge Frauen. Zudem bieten Paktmitglieder neue Formen des Mentoring und neue Formate der Begegnung zwischen erfahrenen Frauen aus dem MINT-Bereich und Schülerinnen an. Ein weiteres Projekt will über die Zusammenarbeit von Drehbuchautoren und MINT-Fachleuten für ein realistisches Bild der MINT-Berufe in Filmen und Fernsehserien sorgen.

Das Internet-Portal zum Pakt: www.komm-mach-mint.de

Kontext:
Komm, mach MINT!
Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung
BMBF-Berufsrückkehrerprogramm MINT
BMBF-Professorinnen-Programm
Jahr der Mathematik
Bildungsrepublik Deutschland


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