Berufsorientierung ist große Herausforderung für die Schulen im Land

Welchen Beruf soll ich nach der Schule ergreifen? Passt mein Berufswunsch zu mir? Schätze ich den Arbeitsalltag und die Berufspraxis richtig ein? Kurz: Wie finde ich unter der Fülle der Berufswege denjenigen, der wirklich zu mir passt?

10.05.2007 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

Hierüber denken nicht nur die Schülerinnen und Schüler am Gymnasium Gonsenheim nach. Den Fragen der Berufsfindung stellen sich alle junge Menschen spätestens beim Übergang von der Schule in den Beruf. Dies sei auch für die Schulen eine große Herausforderung, unterstrich Doris Ahnen, Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur. Ein Beispiel dafür, wie die Berufsorientierung von Schülerinnen und Schülern anschaulich und praxisnah im Rahmen der Ganztagsschule unterstützt werden kann, stellte Ahnen gemeinsam mit der international anerkannten Modedesignerin Anja Gockel aus Mainz vor. Dabei gab die Modedesignerin einen spannenden Einblick in ihren Berufs- und Werdegang, erklärte anhand von Modepuppen – angezogen mit Kleidungsstücken der aktuellen Sommerkollektion – anschaulich und eindrucksvoll, wie unterschiedliche Kleider entstehen und lieferte mit einer Videopräsentation der letzten CPD-Messe in Düsseldorf eine Vorschau zur kommenden Winterkollektion.

Gerade die Ganztagschulen böten mit ihren erweiterten zeitlichen und pädagogischen Rahmenbedingungen, besonders gute Möglichkeiten zur verbesserten Berufsorientierung, sagte Ahnen. "Das beginnt mit der Vermittlung sozialer Kompetenzen und Schlüsselqualifikationen oder den Lerneffekten aus Projektarbeit und fächerübergreifender Arbeit. Der Praxisnachmittag ermöglicht darüber hinaus ganz konkrete Begegnungen mit der Arbeitswelt, die mit den Betrieben der Region arrangiert werden können. Einige Ganztagsschulen bieten ihren Schülerinnen und Schülern kontinuierlich Praxistage an, die eine enge Verzahnung zwischen Schule und Beruf eröffnen", erklärte die Ministerin.

Wichtig bei der Berufsorientierung sei vor allem, jungen Menschen einen realistischen Einblick in das Berufsleben zu ermöglichen. "Es geht nicht nur darum, zu wissen, welche Anforderungen und Fertigkeiten man theoretisch mitbringen muss. Man muss vor allem wissen, wie sich die tägliche Arbeit in der Praxis gestaltet. Nur so kann jeder seinen Berufswunsch und seine Berufschancen einschätzen lernen", betonte die Bildungs- und Jugendministerin. Anja Gockel ergänzte: "Ich erlebe es gerade in meiner Branche immer wieder, dass Berufswunsch und Wirklichkeit nicht immer identisch sind. Der direkte Dialog ist dann eine wichtige Voraussetzung, damit die Schülerinnen und Schüler die richtige Berufsentscheidung treffen können".

Viele Ganztagsschulen hätten die Berufsorientierung als zentralen schulischen Auftrag in ihren Qualitätsprogrammen verankert, unterstrich Doris Ahnen. Damit erhalte die Berufsorientierung eine höhere Verbindlichkeit für das Handeln im Unterricht. Geplante Aktivitäten seien in einem offiziellen Kontext konkret formuliert, die Zuständigkeiten deutlich benannt und die erwarteten Wirkungen überprüfbar beschrieben. Zugleich werde die frühzeitige didaktische Verortung der Berufsorientierung unterstützt, indem die Lernprozesse der Berufsorientierung mit übergreifenden didaktischen Konzepten wie beispielsweise dem Methodenlernen verknüpft und auf pädagogische Leitlinien wie der Stärkung von Eigenverantwortlichkeit der Schule abgestimmt würden.

In allen Berufsorientierungskonzepten würde das klassische Bewerbungstraining um Aktivitäten erweitert, die auf den Erwerb umfassender Handlungskompetenzen, das Erkunden von Stärken und Interessen in Selbst- und Fremdeinschätzung, die Dokumentation von Entwicklungsverläufen und die individuelle Begleitung der Schülerinnen und Schüler in diesen Lernprozessen gerichtet seien. Wichtige Beispiele der Angebote zur Berufsorientierung seien unter anderem:

  • die vom Land und dem Landsarbeitsamt geförderten Berufsorientierungscamps , in denen Schülerinnen und Schüler arbeitsweltbezogen und individuell gefördert werden sowie der fächerübergreifende Ansatz Lernwerkstatt Berufsorientierung , der schulische Aktivitäten bündelt,
  • der Berufswahlkompass , der die Begleitung und Dokumentation individueller Entwicklungsverläufe ermöglicht,
  • die Praxistage , bei denen Schülerinnen und Schüler in Betrieben an fachliche, personale und soziale Kompetenzen herangeführt würden. Der "Praxistag" wird in Zusammenarbeit von Schulen, Kammern, Arbeitsagentur und Kommunen entwickelt.
  • das Projekt B.O.S.S. – Berufliche Orientierung Schüler als Selbstständige
  • die Initiative Schüler begleiten Auszubildende ,
  • Berufspraktika sowie
  • die Interkulturelle Lernwerkstatt im Projekt BORIS , das Materialien für die sprachliche Förderung und die Berufsorientierung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund bereitstellt.

"Mit der heutigen Aktion wollen wir die Schülerinnen und Schülern über die Angebote zur Berufsorientierung informieren und damit eine Hilfestellung sowie Impulse zu den oft schwierigen Fragen der Berufsfindung geben", sagten Doris Ahnen und Anja Gockel. Die Bildungs- und Jugendministerin betonte aber auch, dass die Schulen die Möglichkeiten der Ganztagsschule konsequent nutzen und sich verstärkt dem Dialog mit Partnern der Region öffnen müssten. Die Schülerinnen und Schüler forderte sie auf, die Aktion zum Anlass zu nehmen, um Angebote der Berufsorientierung verstärkt zu nutzen.

Weitere Informationen zum Thema im Internet auf www.mbwjk.rlp.de und www.ganztagsschule.rlp.de.


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