Das Konzept "Operativ Eigenständige Schule" wurde an 15 beruflichen Schulen erprobt und mit der Fremdevaluation abgeschlossen

"Ein solch umfassendes Konzept, das die schulische Eigenständigkeit stärkt und die Schul- und Unterrichtsqualität in diesem Maße voranbringt, ist bundesweit einmalig", lobte Kultusminister Helmut Rau MdL die Ergebnisse des Konzepts "Operativ Eigenständige Schule", kurz OES genannt, die heute (29.1.) in Esslingen vorgestellt wurden. OES ist mittlerweile ein Markenzeichen für erfolgreiche berufliche Bildung. Den Abschluss der dreijährigen Modellphase bildete die Fremdevaluation. Kultusminister Rau, ein Vertreter der Modellschulen, eine Vertreterin der Evaluatoren sowie Professor Dieter Euler von der Universität St. Gallen, der das Modellvorhaben wissenschaftlich begleitet, stellten die neuen Ergebnisse vor.

29.01.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Über einen Zeitraum von drei Jahren wurde das Konzept an 15 beruflichen Schulen entwickelt und erprobt. Nach weiteren Abstimmungsprozessen ist vorgesehen, das Konzept ab dem Schuljahr 200//08 schrittweise auf alle beruflichen Schulen auszudehnen. Ziel ist es, dass bis zum Schuljahr 2012/13 alle beruflichen Schulen des Landes fremdevaluiert sind. Mit OES haben sich die beruflichen Schulen auf einen Weg der permanenten Sicherung und Weiterentwicklung der Unterrichts- und Schulqualität begeben. Dieser Qualitätsentwicklungsprozess beginnt damit, dass sich die Schulen ihre Entwicklungsziele im Rahmen des Leitbildes selbst setzen. Die Schulen haben die gesetzten Ziele in konkreten Projekten realisiert und diesen Prozess durch eine fortwährende Selbstevaluation dokumentiert.

Die Einführung von OES wird durch Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer begleitet. Den Schwerpunkt bilden Themen wie Leitbildentwicklung, Evaluation, Teamentwicklung, Feedbackkultur und Unterrichtsqualität. Prozessberater unterstützen die Schulen in ihrer Arbeit im Konzept OES. Im Endausbau ab dem Schuljahr 2011/12 werden jährlich bis zu 90 Deputate für das Konzept OES benötigt werden.

Das Konzept OES gibt den beruflichen Schulen des Landes einen Leitfaden zur systematischen Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung an die Hand. Die Selbstevaluation der beruflichen Schulen wird anhand eines auf wissenschaftlicher Basis erstellten Katalogs durchgeführt. Bereiche wie Unterricht und Leitung der Schule müssen von den Schulen bearbeitet werden. Weitere Felder sind die Professionalität der Lehrkräfte, Klassen- und Schulklima, Außenbeziehungen, Schulorganisation, Mitarbeiterorientierung, Lernergebnisse, Schul- und Laufbahnerfolg sowie sächliche und personelle Ressourcen. Anhand der zyklischen Datenerhebung und Auswertung reflektieren die Schulen die Ergebnisse ihrer Arbeit kritisch und ergreifen dort Maßnahmen zur Verbesserung der Schul- oder Unterrichtsqualität, wo die Selbstanalyse den Bedarf nach Umsteuerung zu Tage fördert.

Dieser Prozess wird durch eine im fünfjährigen Rhythmus wiederkehrende Fremdevaluation unterstützt. Die professionelle Rückmeldung "von außen" soll den Schulen einen objektiven Maßstab für ihre Schulentwicklung liefern. Dazu wird die Schule von einem Team aus drei qualifizierten Evaluatoren des Landesinstituts für Schulentwicklung und einem "kritischen Freund" der Schule besucht. Das Evaluationsteam begutachtet unter anderem die Ergebnisse der Selbstevaluation und die daraus abgeleiteten Maßnahmen. Dazu wertet es die schulische Qualitätsdokumentation aus und führt anschließend in einem in der Regel zweitägigen Evaluationsbesuch strukturierte Interviews mit den am Schulleben Beteiligten. Die Ergebnisse werden in einem standardisierten Bericht festgehalten, der der Schule einen Überblick über die Stärken und Schwächen ihrer Entwicklungsprozesse gibt und Empfehlungen für die weitere Arbeit ausspricht. "Die Evaluation ist ein angemessenes Instrument für eine moderne Schulentwicklung. Sie dient nicht dazu, Schulen an den Pranger zu stellen, sondern bietet die Chance, dass unsere Schulen ihre Arbeit stetig verbessern und auf lange Sicht ein partnerschaftliches und leistungsförderndes Klima an der Schule schaffen", erklärte Rau.

Der Evaluationsbericht bildet darüber hinaus eine Basis für entwicklungsorientierte Zielvereinbarungen zwischen Schulaufsicht und Schule. Mit der Zielvereinbarung wird ein neues Führungskonzept zwischen Schulverwaltung und Schule eingeführt. So tragen Zielvereinbarungen zur Verstetigung, Systematisierung und Professionalisierung der schulischen Entwicklungsprozesse bei. Derzeit werden an vielen Schulen des Landes Erfahrungen zum Zielvereinbarungsprozess gewonnen und ausgewertet.


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