Deutsch-russischer Jugendaustausch wird mit Public-Private-Partnership neu begründet

Im Rahmen der deutsch-russischen Regierungskonsultationen und in Anwesenheit von Bundeskanzler Schröder und des russischen Präsidenten Putin unterzeichnen Bundesministerin Renate Schmidt und ihr russischer Amtskollege Andrej A. Furssenko, Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, heute in Gottorf/Schleswig-Holstein ein Regierungsabkommen über die jugendpolitische Zusammenarbeit. Es löst das Abkommen von 1989 ab, das mit der UdSSR geschlossen wurde. Erstmals wird im Jugendaustausch mit einem anderen Land bei der Finanzierung ein Modell der Public-Private-Partnership begründet.

21.12.2004 Pressemeldung Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

''Mit diesem Abkommen werden Begegnungen zwischen Jugendlichen aus Deutschland und Russland einfacher. Wir unterstützen alle Jugendliche, die an der Knüpfung von engeren und intensiveren Verbindungen zwischen unseren beiden Ländern mitwirken. Ich freue mich sehr, dass auch die deutsche Wirtschaft einen aktiven Beitrag zu dem Austausch der jungen Menschen leistet'', erklärte die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt.

Das Abkommen über die jugendpolitische Zusammenarbeit gilt erstmals für alle Jugendlichen, d. h. es schließt neben den Jugendlichen in der außerschulischen Jugendarbeit auch die Jugendlichen in Schulen, in Ausbildung und im Beruf mit ein. Der Jugendaustausch steht Jugendlichen aus allen Regionen, aus allen gesellschaftlichen Bereichen und Schichten und unabhängig von der Zugehörigkeit zu einer gesellschaftlichen Organisation bei gleichen Zugangschancen offen. Es wird bewusst angestrebt, auf russischer Seite auch die außereuropäischen Regionen einzubeziehen. Nicht gefördert wird der Jugendaustausch zu Zwecken des Studiums, der wissenschaftlichen Arbeit oder auf dem Gebiet des Leistungssports. Neben dem Austausch von Gruppen wird auch der Individualaustausch gefördert, z. B. junge Freiwillige im Rahmen eines zivilgesellschaftlichen Engagements oder berufliche Praktika sowie Sprachcamps und gemeinsame Aktivitäten mit europäischen und internationalen Organisationen. Die bi-kulturellen Erfahrungen junger Menschen mit Migrationshintergrund sollen besonders genutzt werden.

Zentrales Element des Abkommens ist die Einrichtung von Koordinierungsbüros in Russland und Deutschland. Sie sollen am Austausch Interessierte informieren, beraten und schließlich auch die Mittel für den Austausch bewirtschaften. Die Finanzierung des Austausches erfolgt im Sinne einer Public-Private-Partnership, d. h. neben den Fördermitteln aus dem Kinder- und Jugendplan des Bundes, die von derzeit 680.000 Euro sukzessive auf 2 Mio. Euro p. a. aufgestockt werden, wollen die Robert Bosch Stiftung in der Aufbauphase sowie im Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft zusammengeschlossene Firmen über einen Zeitraum von vier bis fünf Jahren einen Beitrag von etwa 7 Mio. Euro beisteuern. Sie wollen damit vorrangig den Schüleraustausch und die Sprachförderung unterstützen. Ein Kuratorium wird die Arbeit des Koordinierungsbüros begleiten. Ein bi-nationaler Jugendrat koordiniert die Jugendzusammenarbeit zwischen beiden Ländern.

Für das neue Abkommen hatte sich auch der Petersburger Dialog stark gemacht, der von den beiden Regierungschefs zur Förderung des Dialogs zwischen den Zivilgesellschaften beider Länder gegründet wurde.

Anlagen:

Deutsch-russisches Abkommen (.pdf-Format, 22 kB)


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