DIHK-Präsident Braun: Im Juni 2% Plus bei Ausbildungsplätzen

Eine positive Zwischenbilanz bei den Ausbildungsplätzen zieht der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun: "Die Industrie- und Handelskammern konnten bis Ende Juni rund 159.000 Ausbildungsverträge eintragen. Damit haben 2,2% mehr Jugendliche als im Vorjahreszeitraum einen Ausbildungsplatz bekommen."

10.07.2006 Pressemeldung DIHK - Deutscher Industrie- und Handelskammertag

Im Sinne des Ausbildungspaktes hat die IHK-Organisation bisher 12.800 Betriebe neu für Ausbildung gewonnen. Das sind 800 mehr als 2005. Außerdem wurden bis Ende Juni bereits 18.500 neue Ausbildungsplätze eingeworben - 1000 mehr als im Vorjahreszeitraum.

Braun machte den jungen Leuten, die jetzt noch keinen Platz gefunden haben, Mut: "Es sind derzeit noch viele Plätze frei. Gehen Sie auf die Betriebe zu!" Gute Schulabgänger fänden in der Regel problemlos einen Ausbildungsplatz, sagte Braun. "Schwieriger ist die Situation für die Schwachen." Die Einstiegsqualifikation habe sich bereits als gutes Instrument bewährt, um eher praktisch begabten Jugendlichen einen guten Start ins Berufsleben zu ermöglichen. Braun forderte die Jugendlichen auf, diese Möglichkeit noch stärker als in den vergangenen zwei Jahren zu nutzen.

Zum Vorschlag von DGB-Vize Ingrid Sehrbrock, Ausbildungsvergütungen einzufrieren, erklärte Braun: "Die durchschnittliche Vergütung liegt derzeit bei rund 580 Euro/Monat. Ein Azubi kostet das Unternehmen im Schnitt 18.000 Euro/Jahr." Das sei vor allem für viele kleine Betriebe zuviel Geld, um über den Bedarf hinaus auszubilden. Nahezu jedes vierte Unternehmen sieht nach einer DIHK-Umfrage in einer Absenkung der Ausbildungsvergütung einen Beitrag zur Schaffung von mehr Ausbildungsplätzen. Ihm gehe es nicht um eine generelle Absenkung der Ausbildungsvergütung, betonte Braun. Er plädiere lediglich für eine pragmatische Vorgehensweise ohne Denkverbote.
Braun:" Hierzu gehören auch Öffnungsmöglichkeiten für finanzschwache Betriebe und leistungsschwache Jugendliche."

Eine Quote für Jugendliche mit Migrationshintergrund lehnt Braun ab: "Das wird nichts bringen, sondern eine Bevorzugung würde im Gegenteil nur für Unfrieden sorgen. Wichtiger sind vor allem bessere Abgangszeugnisse. Außerdem müssen Vorteile, wie Mehrsprachigkeit und interkulturelle Kompetenz, stärker herausgestellt werden."


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