DIHK

DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann: Ausbildungsmarkt erweist sich als stabil

"Die Konjunkturerholung macht sich auch auf dem Ausbildungsmarkt bemerkbar - er entwickelt sich erfreulich stabil. Bis Ende Mai 2010 registrierten die Industrie- und Handelskammern 131.531 Ausbildungsverträge:

08.06.2010 Pressemeldung DIHK - Deutscher Industrie- und Handelskammertag

Das sind nur 1,2 Prozent weniger Neuverträge als im Mai 2009 - obwohl die Bewerberzahlen stark sinken. Wir haben in diesem Jahr einen Rückgang bei den Schulabgängern um fast 3 Prozent - im Bereich der Real- und Hauptschulen sogar um 4%. Die Unternehmen reagieren auf die sinkende Zahl von Schulabgängern und schließen inzwischen früher Verträge ab, um sich die besten Azubis und damit die Fachkräfte von morgen zu sichern. Rund 40 Prozent der neuen Ausbildungsverträge sind bereits abgeschlossen. Der demografiebedingte Mangel an Bewerbern wird sich aber sicherlich im Laufe des Jahres bei den Vertragszahlen noch stärker bemerkbar machen. Auch wenn Altbewerber manche Lücke schließen werden, gehe ich deshalb davon aus, dass wir am Jahresende viele Tausend Lehrstellen nicht besetzen können.

Ein Ärgernis ist in diesem Zusammenhang, dass nicht wenige Jugendliche vorsichtshalber bei mehr als einem Unternehmen einen Ausbildungsvertrag unterschreiben, um dann später noch auswählen zu können. Bei unserer aktuellen Ausbildungsumfrage haben rund ein Fünftel der Unternehmen die im vergangenen Jahr Ausbildungsplätze nicht besetzen konnten, angegeben, dass Jugendliche ihre Lehrstelle gar nicht erst angetreten haben. Dieses Vorgehen ist nicht nur schlecht für die betroffenen Betriebe, es geht vor allem zu Lasten schwächerer Schulabgänger und Altbewerber. Ich appelliere daher an die Jugendlichen, die mehr als einen Vertrag abgeschlossen haben, sich für einen Ausbildungsbetrieb zu entscheiden. Dies ist auch ein Gebot der Fairness gegenüber denjenigen, die noch einen Ausbildungsplatz suchen."


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden