Qualität

Fachkräftemangel gefährdet Berufliche Bildung

Die Bildungsgewerkschaft GEW sieht den Vorbildcharakter der Beruflichen Bildung in Baden-Württemberg gefährdet.

07.09.2022 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg
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„Die Berufliche Bildung in Baden-Württemberg war immer ein Exportschlager. Andere Bundesländer und andere Länder schauen immer gerne in den Südwesten, um zu lernen, wie es den Lehrkräften an unseren Beruflichen Schulen mit ihren vielfältigen Bildungsgängen gelingt, junge Menschen zu qualifizieren. Doch die Qualität an den fast 800 Schulen ist in Gefahr. Viele Lehrkräftestellen bleiben jedes Jahr unbesetzt und die Landesregierung verschiebt 130 Stellen wegen des leichten Schüler*innenrückgangs in andere Schularten statt die Qualität der Berufsausbildung zu stärken“, sagte heute (07.09.) Monika Stein, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Stuttgart.

Die GEW setzt sich unter anderem für einen Innovationspool für Schul- und Qualitätsentwicklung ein. Mit Einführung des OES-Konzeptes 2008 (Operativ eigenständige Schule) erhielten die Beruflichen Schulen Anrechnungsstunden für Qualitätsentwicklung, die unter Kultusministerin Susanne Eisenmann gestrichen wurden. „Wenn das Ministerium ernsthaft eine Verbesserung der Qualität von Schule und Unterricht will, dann muss es die Schulen auch mit entsprechenden Ressourcen ausstatten und endlich die aufgelaufenen Überstunden von 2.000 Deputaten bei den gut 34.000 Lehrkräften abbauen“, sagte Stein.

Die GEW setzt sich auch für eine Angleichung der so genannten Oberstufenformel der Beruflichen Gymnasien an die der allgemeinbildenden Gymnasien ein. Dafür wären etwa 80 Stellen nötig.

Zum Fachkräftemangel vor allem in vielen berufsbezogenen Fächern regt die GEW einen Runden Tisch mit Landesregierung, Schulträgern und Gewerkschaften an. „Bei Ärzten gibt es kommunale Initiativen, um Landärzte zu gewinnen. Wir müssen kreative Ideen entwickeln, zu zeigen, dass der Arbeitsplatz in einer Berufliche Schule genauso attraktiv sein kann wie beim Industrieunternehmen neben dem Schulgelände“, sagte Stein.

Der Fachkräftemangel in Kitas wird immer dramatischer. Die GEW will einen Ausbau an den Fachschulen für Sozialpädagogik und den Studiengängen, in denen Lehrkräfte für die Erzieher*innenausbildung studieren, erreichen.

In allen allgemein bildenden Schulen müsse die berufliche Orientierung gestärkt werden.

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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