Fast jeder zehnte neue Lehrling mit ausländischem Pass

In Baden-Württemberg haben im vergangenen Jahr 81 011 junge Menschen eine Lehre in einem anerkannten Ausbildungsberuf begonnen - darunter waren 7 471 oder gut 9 Prozent Jugendliche mit ausländischem Pass. Die meisten von den ausländischen Berufsanfängern haben als letzten Schulabschluss den Hauptschulabschluss erreicht, fast ein Drittel (29 Prozent) hatten den Realschulabschluss in der Tasche und fast jeder Zwölfte (8 Prozent) die Hochschulreife. Nur wenige haben ohne Schulabschluss eine Ausbildung im dualen Ausbildungssystem, der klassischen Lehre, begonnen.

22.10.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Eine Sonderauswertung des Statistischen Landesamtes auf Grundlage der Berufsbildungsstatistik 2007 zeigt, dass vor allem in den Dienstleistungsberufen (4 336 Ausländer oder 10 Prozent der 42 983 Berufsanfänger in diesem Bereich) und im Fertigungsbereich (3 055 entsprechen fast 9 Prozent der 34 626 Neuabschlüsse dieses Bereiches) ausländische Jugendliche eine Lehre beginnen. Lediglich in den Bereichen der land- und tierwirtschaftlichen und in technischen Berufen sind sie mit einem Anteil von 2 bzw. knapp 4 Prozent unterrepräsentiert: Nur 31 ausländische Berufsanfänger im Landwirtschaftsbereich (vorwiegend in den Gartenbauberufen) und 49 Neueintritte in den Technischen Berufen, hier meist Technische Zeichner, beginnen in diesen Berufsbereichen eine Lehre.

Bei den Dienstleistungsberufen hat ein Drittel der gut 4 300 ausländischen Auszubildende einen Realschulabschluss als Einstiegsqualifikation aufzuweisen, fast die Hälfte hat den Hauptschulabschluss in der Tasche und über 11 Prozent haben die Hochschulreife erreicht. Vor allem in den Bereichen der kaufmännischen Angestellten (57 Prozent), der Warenkaufleute (49 Prozent) und in den Gesundheitsdienstberufen mit 43 Prozent – und hier vor allem bei den medizinischen und zahnmedizinischen Fachangestellten – war der Realschulabschluss die Einstiegsqualifikation. Hauptschüler sind vor allem in der Berufsgruppe des Nachrichtenverkehrs (69 Prozent), bei den Dienst- und Wachberufen (72 Prozent), in den Berufen der Körperpflege (74 Prozent) und im Reinigungs- und Entsorgungsgewerbe (68 Prozent) Einsteiger in eine berufliche Ausbildung. Die Abiturienten sind, wie ihre deutschen Kollegen auch, vorwiegend im Bankenbereich (52 Prozent), den Rechnungskaufleuten/Informatikern (über 46 Prozent) und den Berufen der Unternehmensberatung (37 Prozent) vertreten.

Im Fertigungsbereich und vor allem in den Berufsgruppen der Maschinenbau- und –wartungsberufen (53 Prozent), den Fahr-, Flugzeugbau- und -wartungsberufen (65 Prozent) sowie bei den Maler- und Lackiererberufen (66 Prozent) haben vorwiegend Ausländer mit Hauptschulabschluss den Berufseinstieg begonnen. In den Bereichen Werkzeug- und Formenbauberufe, in der Feinwerktechnik und bei der Lederherstellung und -verarbeitung haben teilweise über ein Drittel der ausländischen Neueinsteiger den Realschulabschluss – Abiturienten sind maßgeblich im Druckgewerbe mit fast 13 Prozent oder bei den Baustoffherstellern (über 15 Prozent), in anderen Berufsgruppen jedoch nur vereinzelt, anzutreffen.

Ohne Schulabschluss oder mit einem im Ausland erworbenem Abschluss haben nur wenige ausländische Jugendliche den Weg in eine Berufsausbildung beschritten; ohne Abschluss lediglich knapp 4 Prozent und mit einem im Ausland erworbenen Abschluss etwas mehr als 5 Prozent. Vorwiegend bei den Haus- und Ernährungswissenschaftlichen Berufen (45 Prozent der 71 Neueintritte) und im Montagebereich – jeder vierte der 98 Neuen hat hier keinen schulischen Abschluss – weist die Statistik Ausländer ohne Schulabschluss bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverhältnissen aus.


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