Grünenvorschlag "Mehr Ausbildungsplätze an den Berufsschulen" nicht durchdacht
Einzig richtig an diesem Vorschlag der Grünen ist die Analyse der Situation der Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz und die Feststellung, dass dieser Zustand unhaltbar ist.
08.02.2007 Bremen Pressemeldung GEW BremenDie GEW Bremen sieht in dem Vorschlag der Grünen ein Einknicken vor der Tatsache, dass die Wirtschaft ihre gesellschaftliche Verantwortung nicht wahrnimmt. Notwendig ist ein scharfer Hinweis auf diese Verantwortung und die Forderung, endlich genügend Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen.
Stattdessen könnten sich nun die Verantwortlichen in der Wirtschaft zufrieden noch ein bisschen weiter zurücklehnen, weil sie ja der Staat (mit kräftiger Hilfe der Grünen) durch Einrichtung weiterer vollschulischer Ausbildungsplätze (davon gibt es nämlich bereits eine große Menge) immer weiter von ihrer eigenen Ausbildungsverpflichtung entlastet.
Der Vorschlag der Grünen ist nichts anderes als die Einrichtung weiterer Warteschleifen. Gerade in der Berufsausbildung ist nichts so gut wie die Praxis, d. h. in der Regel eine Ausbildung im dualen System.
Im Übrigen hat sich in den vergangenen Jahren gezeigt, dass genau die Unternehmen, die nicht genügend ausbilden, bei der Besetzung von Arbeitsplätzen dann doch solche BewerberInnen bevorzugen, die aus dem dualen System kommen – und eben nicht die vollschulisch ausgebildeten.
Gänzlich an der Realität vorbei geht die Aussage der Grünen "Genügend Lehrerpersonal sei vorhanden, man müsse es nur anders als bisher nutzen."
Petra Jendrich
Landesvorstandssprecherin
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