Hauptschule: Klassenteiler senken

"Hauptschulen brauchen kleinere Klassen und als erste Schulart zusätzliche Stunden für Klassenlehrerinnen und –lehrer", sagte am Montag (30.01.) in Stuttgart Rainer Dahlem, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Unverständlich findet die GEW, dass das Kultusministerium Modellversuche für Regionalschulen beharrlich boykottiert. In Ludwigsburg veranstaltet heute das Kultusministerium eine Hauptschul-Messe.

31.01.2006 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Aufgrund der schlechten Situation an vielen Hauptschulen wählt an den Pädagogischen Hochschulen derzeit nur jeder fünfte Studierende den Stufenschwerpunkt Hauptschule. "Durch Hauptschul-Messen wird sich daran nichts ändern, so lange die Lern- und Arbeitsbedingungen nicht verbessert werden. Wir schlagen vor, an den Hauptschulen eine zusätzliche Klassenlehrerstunde einzuführen, den Klassenteiler zu senken und die Lehrkräfte besser zu bezahlen", so Dahlem. Mit maximal 33 Schüler/innen pro Klasse gibt es an Hauptschulen den höchsten Klassenteiler. Hauptschullehrerinnen haben im Vergleich der Sekundarstufe I die höchste Unterrichtsverpflichtung und die geringste Bezahlung.

"Die hohe Unterrichtsverpflichtung lässt kaum Spielräume für wichtige Themen wie Gewaltprävention, Drogenberatung und Hilfe bei der Lehrstellensuche. Die Lehrerinnen und Lehrer brauchen dazu mehr Zeit und professionelle Unterstützung durch Schulsozialarbeiter und Schulpsychologen", sagte Dahlem.

In Baden-Württemberg arbeiten an den rund 1.200 Grund- und Hauptschulen über 38.000 Lehrer/innen. Die GEW ist die stärkste Interessenvertretung für Hauptschullehrer/innen. Etwa 14.000 der 41.000 GEW-Mitglieder unterrichten an Grund- und Hauptschulen.

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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