"Herausforderungen für die berufliche Bildung"

Lebenslanges Lernen, Internet und Netzwerke sind Realitäten unserer modernen Gesellschaft, die in zunehmendem Maße den Unterricht an beruflichen Schulen prägen.

22.02.2005 Saarland Pressemeldung GEW Saarland

Auf dem Europäischen Gipfel von Lissabon (März 2000) wurde eine Politikstrategie mit dem strategischen Ziel eingeleitet, Europa bis 2010 "zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum in der Welt zu machen - einem Wirtschaftsraum, der fähig ist, ein dauerhaftes Wirtschaftswachstum mit mehr und besseren Arbeitsplätzen und einem größeren sozialen Zusammenhalt zu erzielen". Damit wird auch das Signal für eine in Europa abgestimmte Berufsbildungspolitik vorgegeben und mit dem "Kopenhagen-Prozess" im November 2002 in Gang gesetzt.

Die Forderung nach Stärkung der Europäischen Dimension (Mobilität), Transparenz (Europas), Anerkennung von Fähigkeiten und Qualifikationen sowie der Qualitätssicherung in der beruflichen Bildung sind die herausragenden Herausforderungen an die Berufsausbildung der Bundesrepublik Deutschland und damit auch an die beteiligten Berufschulen. "Das duale Berufsausbildungssystem der Deutschlands ist bei entsprechender Weiterentwicklung in der Lage, diese Herausforderung an zunehmen, und kann als eine wichtige Säule der europäischen Qualifizierungsoffensive eingebracht werden und dort den entsprechenden Stellenwert erlangen", so Klaus Graus Vorsitzender der Fachgruppe Berufliche Schulen des GEW Landesverbandes Saarland. "Man muss allerdings auch zur Kenntnis nehmen, dass das duale Berufsbildungssystem auch in Zukunft eine stärkere Verankerung im allgemeinen Bildungssystem erhalten muss. Duale Berufsausbildung ist nicht nur Qualifizierung sie beinhaltet auch die Vermittlung von allgemeinen Bildungszielen. Die Bildungspolitiker müssen endlich ernst machen mit der Gleichwertigkeit beruflicher Bildung und allgemeiner Bildung", so Klaus Kessler, der Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, Saarland.

Will man diesem Anspruch gerecht werden, wird die pädagogische Qualitätsentwicklung - insbesondere an Berufsschulen - zu einem zentralen Thema der nächsten Jahre.

Nach wie vor ist das Problem der Lernbeeinträchtigten und Benachteiligten in den beruflichen Schulen nicht gelöst.. "Eine stärkere Einbindung von Schulsozialarbeit an berufsbildenden Schulen stellt eine wesentliche Voraussetzung für die Eingliederung "benachteiligter" Jugendlicher in das Berufsleben dar", so Klaus Graus, Vorsitzender der Fachgruppe Berufliche Schulen der GEW. "Es muss auch angesichts der derzeitigen Lehrstellensituation über schulische Qualifizierungsmaßnamen nachgedacht werden", so Klaus Graus weiter.

"Es muss endlich anerkannt werden, dass die "Benachteiligtenförderung" keine vorübergehende sondern eine dauerhafte reguläre Aufgabe des Bildungssystems ist", so Klaus Kessler.

Ansprechpartner

GEW Saarland

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