Arbeit für Behinderte

"Inklusion ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe"

"Schleswig-Holstein hat früh begonnen, Schleswig-Holstein ist beim Thema Inklusion gut aufgestellt", sagte am 22. Juni Bildungsministerin Britta Ernst als Gastrednerin auf der Festveranstaltung des Vereins "Arbeit für Behinderte e.V." in Kiel.

23.06.2015 Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Ernst hob die im Ländervergleich sehr hohe Inklusionsquote von 67 Prozent im Norden hervor und erinnerte daran, dass schon 1990 die gemeinsame Beschulung von Kindern mit und ohne Behinderungen im Schulgesetz verankerte Aufgabe aller Schulen sei. "Ihr Verein ist fast genauso alt, er wurde zwei Jahre später gegründet. Wir zeigen also beide, dass Inklusion eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist", sagte Ernst.

Heute gehe es darum, die weiteren Schritte und die mittel- und langfristige Perspektive mit Expertinnen und Experten zu diskutieren. "Inklusion ist die Verwirklichung eines Menschenrechts", sagte die Bildungsministerin. Schulen und Lehrkräfte in Schleswig-Holstein hätten bereits viel Erfahrung - die Tatsache, dass mehr als zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler bereits inklusiv beschult würden, zeige das. Es gehe nicht nur um die Steigerung der Quote, sondern "um die schrittweise Verbesserung der Qualität", betonte Ernst und wies darauf hin, dass das Land ein Inklusionskonzept zur Unterstützung der weiteren Entwicklung vorgelegt habe. So sei Inklusion Teil der Lehrerausbildung für alle Lehrkräfte geworden, ab dem 1. August gebe es schulische Assistenzkräfte zur Unterstützung von Lehrerinnen und Lehrern, das Land unterstütze Schulsozialarbeit mit über 17 Millionen Euro und habe die Zahl der Schulpsychologinnen und Schulpsychologen fast verdoppelt.

Ernst hob zudem hervor, dass für sie auch die Inklusion in der beruflichen Bildung wichtig sei, wenn auch die Zielsetzungen andere als in den allgemeinbildenden Schulen seien. Die berufliche Bildung müsse den Anforderungen der Arbeitswelt folgen. Wie weit die Regionalen Berufsbildungszentren und die berufsbildenden Schulen beim Thema Inklusion schon seien, werde oft gar nicht wahrgenommen.

Junge Menschen mit besonderem Förderbedarf dürften nicht nach der allgemeinbildenden Schule in ´Maßnahmen´ oder ´Einrichtungen´ verschwinden, sondern bräuchten eine selbstbestimmte Perspektive, forderte die Ministerin.

"Mein Ziel ist es, Inklusion in der Schule und in der beruflichen Bildung so zu verwirklichen, dass sie selbstverständlich gelebt wird. Wenn unsere Gesellschaft wirklich inklusiv ist, brauchen wir den Begriff ´Inklusion´ nicht mehr. Das wäre schön", sagte Ernst.


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