Integrationskurse jetzt verbessern!

250.000 Migrantinnen und Migranten haben in den Jahren 2005 und 2006 einen Integrationskurs begonnen und damit ein beeindruckendes Zeichen ihrer Integrationsbereitschaft gesetzt.

19.06.2007 Pressemeldung Deutscher Volkshochschul-Verband e.V. (DVV)

Die gute Inanspruchnahme der Integrationskurse nach dem Zuwanderungsgesetz darf – wie das seit Anfang des Jahres vorliegende Evaluationsgutachten der Bundes-regierung zeigt - nicht darüber hinweg täuschen, dass das vom Gesetzgeber vorgegebene Niveau der Deutschkenntnisse von vielen Zuwanderern nicht erreicht wird. Nur 45 % der Kursteilnehmer/-innen beenden den Kurs mit einer bestandenen Prüfung. Darauf wies die Präsidentin des Deutschen Volkshochschul-Verbandes e.V. (DVV), Frau Prof. Dr. Rita Süssmuth, am Rande der 53. Mitgliederversammlung ihres Verbandes in Leverkusen hin.

Als Hauptgrund für dieses "zu verbessernde Ergebnis" nannte Süssmuth unzureichende Rahmenbedingungen, unter denen die Träger arbeiten müssten. "Wenn bis zu 25 Zuwanderer mit völlig unterschiedlichen Bildungsvoraussetzungen - Analphabeten neben Hochqualifizierten – aus Kostengründen in einem Kurs unterrichtet werden, dann darf man sich nicht wundern, wenn die Lernunerfahrenen auf der Strecke bleiben", so Süssmuth.

Die Volkshochschulen begrüßen durchaus, dass die Bundesregierung im Rahmen des Nationalen Integrationsplans eine Verbesserung der Rahmenbedingungen ankündigt. "Nachdem nun alle Fakten auf dem Tisch liegen, muss jedoch unverzüglich gehandelt werden", fordert Süssmuth die Bundesregierung auf. "Vom bevorstehenden Integrationsgipfel dürfen nicht nur gute Worte ausgehen, es müssen auch Taten folgen."

Als besonders vorrangig sieht Süssmuth fünf Sofortmaßnahmen noch in diesem Jahr an:

  1. Die Integrationskurse müssen konsequent nach Kenntnissen und Fähigkeiten der Teilnehmer so zusammengestellt werden, dass eine effektive individuelle Förderung möglich ist. Die Teilnehmerzahl pro Kurs muss deshalb verringert werden.
  2. Die sozialpädagogische Beratung und Begleitung muss integraler Bestandteil des Integrationskurses sein.
  3. Die Zahl der Unterrichtsstunden der Integrationskurse muss – abhängig vom individuellen Bedarf - auf 900, bei zusätzlichem Alphabetisierungsbedarf auf 1200 Unterrichtsstunden erhöht werden.
  4. Kursteilnehmer/-innen, die nach den bestehenden Regelungen bereits an einem Kurs teilgenommen, aber die Prüfung nicht bestanden haben, müssen zu den gleichen Konditionen ein Förderangebot von bis zu weiteren 300 Unterrichtsstunden erhalten.
  5. Damit das vom Gesetzgeber geforderte Sprachziel erreicht und die vorgeschlagenen Maßnahmen umgesetzt werden können, muss die Vergütung der Kursträger noch in diesem Jahr deutlich angehoben werden.

Süssmuth erwartet bei einer Umsetzung der Sofortmaßnahmen einen deutlich besseren Kurserfolg. "Ich halte es für möglich, dass unter angemessenen Rahmenbedingungen 70 – 80% der Zuwanderer ein Sprachniveau erreichen, das ihnen die Verständigung mit der deutschen Bevölkerung wesentlich erleichtert und neue Berufschancen eröffnet".

Ansprechpartner/-in:
Ulrich Aengenvoort und Dr. Beate Blüggel
Deutscher Volkshochschul-Verband e.V.
Obere Wilhelmstr. 32
53225 Bonn
Telefon: 0175/5677899 oder 0171/1454267


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