Junge Migranten brauchen Hilfe im Berufsleben

(hib/SKE) Immer weniger junge Ausländer haben in den vergangenen zehn Jahren eine Berufsausbildung absolviert. Statt wie vorher 34 Prozent waren es laut Berufsbildungsbericht 2006 zuletzt nur noch rund 25 Prozent der 18- bis 21-Jährigen, wie die Bundesregierung in ihrer Antwort ([16/4818](http://dip.bundestag.de/btd/16/048/1604818.pdf)) auf die Große Anfrage der Grünen ([16/1554](http://dip.bundestag.de/btd/16/015/1601554.pdf)) bekannt gibt. Junge Deutsche machten zu 59 Prozent eine Ausbildung. 37 Prozent der 20- bis 30-jährigen Ausländer hätten keine abgeschlossene Ausbildung. Bei Deutschen sei das nur bei elf Prozent der Fall. Auch erteilten Arbeitgeber ausländischen Bewerbern um Ausbildungsplätze häufiger eine Absage als Deutschen.

19.04.2007 Pressemeldung Deutscher Bundestag

Die Regierung versucht nach eigener Darstellung, junge Migranten durch viele Projekte zu fördern. So habe die Bundesagentur für Arbeit im Jahr 2006 für diejenigen Migranten, die ohne Hilfe nicht weiterkamen, 4.100 zusätzliche Plätze für außerbetriebliche Ausbildung geschaffen. Anfang 2007 seien 2.500 dazu gekommen. Bis Juli vergangenen Jahres seien im Rahmen des Projektes "Kompetenzen fördern - Berufliche Qualifizierung für Zielgruppen mit besonderem Qualifikationsbedarf" zudem Einzelprojekte und zehn lokale oder regionale Netzwerke zur Berufsqualifizierung speziell für Migranten gefördert worden. Genau wie bei diesem Programm sollten auch bei "Lernende Regionen - Förderung von Netzwerken" - einem Projekt, das lebenslanges Lernen fördern soll - vor allem die Chancen der Jugendlichen, die sie durch mehrere Sprachen und interkulturelle Kompetenz hätten, genutzt werden. Im Koalitionsvertrag stehe zudem, dass die 360 Jugendmigrationsdienste ausgebaut werden sollten, heißt es in der Antwort.

Laut Mikrozensus 2005 lebten 22.546.000 junge Menschen bis 23 Jahre in Deutschland. Über 578.000 von ihnen kämen aus anderen EU-Staaten, knapp zwei Millionen aus Drittstaaten. Rund 573.000 hätten eine doppelte Staatsbürgerschaft, so die Regierung.

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