Lambas stärkt Beratungskompetenz der Lehrkräfte für Berufs- und Studienorientierung

Hessen will den Weg der Schülerinnen und Schülern in die Arbeitswelt künftig professioneller vorbereiten und begleiten. Dazu sollen angehende Lehrkräfte über Betriebspraktika in dem neuen Ausbildungsmodul "Lambas" befähigt werden. Den Vertrag über "Lambas" haben Kultusministerin Karin Wolff und Dr. Joachim v. Harbou, Vorsitzender der AG hessischer Industrie- und Handelskammern, heute in Frankfurt unterzeichnet.

09.12.2004 Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

"Die Berufs- und Studienorientierung an den Schulen ist ein Schlüssel für den Übergang ins Erwerbsleben. Im Rahmen des Projektes sollen Wege entwickelt werden, diesen Übergang schon in der Schule zu optimieren", sagte Wolff.

"Bisher wurde der Berufs- und Studienorientierung in der Lehrerausbildung zu wenig Platz eingeräumt", sagte Wolff. Im neuen hessischen Lehrerbildungsgesetz seien daher spezielle Betriebspraktika und Ausbildungsveranstaltungen zur Verbesserung der Beratungskompetenz verankert worden. "Wir können es uns als Gesellschaft nicht mehr länger leisten, leichtfertig mit Bildungspotenzialen umzugehen. 30 Prozent Studienabbrecher, aber auch sieben Prozent Ausbildungsplatzwechsler sind zu viel! Wir stehen auch hier in einem internationalen Wettbewerb. Unser Ziel muss es sein, Lern- und Ausbildungsphasen effektiv zu nutzen und Schüler zukünftig mit einer klaren Vorstellung, welche Berufs- und Studienwege sie einschlagen wollen, aus der Schule zu entlassen", sagte Dr. v. Harbou.

Mit "Lambas" (Lehrerinnen und Lehrer Ausbildungs-Modul zur Berufsorientierung und Förderung der Ausbildungsfähigkeit von Schülerinnen und Schülern) sollen Referendarinnen und Referendare praktische Erfahrungen in der Arbeitswelt sammeln. Sie lernen in Seminaren und Praxistagen Arbeitswelt, Ausbildung und Anforderungen an Auszubildende und Studierende kennen und zu reflektieren. Ziel ist, dass die angehenden Lehrkräfte den Unterricht und das Schulleben so gestalten, dass Schülerinnen und Schüler optimal auf die Berufs- und Studienwahl vorbereitet werden. Die angehenden Lehrkräfte sollen Kenntnisse grundlegender Geschäftsprozesse erwerben und betriebliche Anforderungen an Bewerber kennen lernen. Die Ergebnisse sollen anschließend in die Lehrerausbildung einfließen.

"Dieser hessenweite Vertrag ist in vielerlei Hinsicht von besonderer Bedeutung für die zukünftige Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaft", unterstrichen Wolff und Dr. v. Harbou. Das Hessisches Kultusministerium zeichnet verantwortlich für die Projektleitung, das Amt für Lehrerausbildung und vier Studienseminare werden das Projekt durchführen. Gefördert wird es über einen Zeitraum von drei Jahren vom BMBF im Rahmen der Initiative Schule - Wirtschaft - Arbeitsleben sowie aus Mitteln des EU-Sozialfonds. Getragen und begleitet werden soll dies durch die enge Zusammenarbeit zwischen IHK, Handwerkskammern, der Bundesagentur für Arbeit, Studienseminaren und Ausbildungsschulen sowie der Landesarbeitsgemeinschaft Schule-Wirtschaft (LAG), der Vereinigung hessischen Unternehmerverbände (VhU) und dem DGB.


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