Land baut Sprachförderprogramme für Migranten in großem Umfang aus
Rheinland-Pfalz baut die Sprachförderung für Ausländerinnen und Ausländer massiv aus. Ziel ist es, künftig allen Eltern von Kindern ausländischer Herkunft die deutsche Sprache näher zu bringen. Dies sei eine wesentliche Voraussetzung für eine langfristig erfolgreiche Integrations- und Bildungspolitik, sagten Doris Ahnen, Ministerin für Bildung, Frauen und Jugend, und Professor Dr. E. Jürgen Zöllner, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur.
08.07.2005 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, Rheinland-Pfalz (bis 11/06)Ein entsprechendes Programm mit dem Titel "Deutsch auch zu Hause" wollen beide in den kommenden Jahren umsetzen. Die Idee: Eltern sollen parallel zu ihren Mädchen und Jungen die deutsche Sprache lernen.
"Ausreichende Deutschkenntnisse sind für Migrantinnen und Migranten die entscheidende Voraussetzung, um bei uns Fuß zu fassen. Unsere Initiative kann dazu einen guten Beitrag leisten", begründeten Ahnen und Zöllner das Engagement der Landesregierung.
Um das ambitionierte Ziel zu verwirklichen, bietet das Land Kurse zur sprachlichen, persönlichen, kulturellen, beruflichen und sozialen Integration in einem Unterrichtsumfang von 60 bis 100 Unterrichtsstunden an. Diese werden von qualifizierten Weiterbildungseinrichtungen durchgeführt. Pro Kurs können zwischen acht und 15 Personen teilnehmen.
"Deutsch auch zu Hause" wird in gestuftem Umfang angeboten. Nach einer erfolgreichen Pilotprojektphase in den Jahren 2003 und 2004, bei denen insgesamt 204 Kurse (2003: 81 Kurse, 2004: 123 Kurse) in enger Verzahnung mit Sprachfördermaßnahmen in Kindertagesstätten veranstaltet wurden, wurden im ersten Halbjahr dieses Jahres bereits 32 Kurse mit enger Anbindung an Kindertagesstätten mit einem hohen Anteil von Kindern ausländischer Herkunft bewilligt.
In einem zweiten Schritt in der zweiten Hälfte dieses Jahres soll dann ein entsprechendes Angebot für Eltern im Einzugsbereich aller rheinland-pfälzischen Grundschulen mit einem Anteil von mehr als zehn Prozent an Kindern mit Migrationshintergrund, das sind rund 180 Grundschulen, gemacht werden.
Im Jahr 2006 sollen die Kurse im Einzugsbereich aller Grundschulen mit mehr als 7,5 Prozent Ausländerinnen und Ausländern stattfinden - damit etwa 260 Grundschulen. 2007 werden diese Kurse dann den Einzugsbereich von rund 380 Grundschulen einbeziehen, das sind jene mit einem Ausländeranteil von mehr als fünf Prozent.
"Das Beherrschen der deutschen Sprache ist ein zentraler Schlüssel für schulischen Erfolg. Wir müssen alles daran setzen zu vermeiden, dass Talente von Kindern mit Migrationshintergrund wegen sprachlicher Defizite nicht zur Geltung kommen. Daher unterstützen wir sowohl in der Schule (Schuljahr 2004/2005: elf Millionen Euro) als auch im Rahmen des neuen KITA-Programms Zukunftschance Kinder - Bildung von Anfang an verstärkt die Sprachförderung. Im nächsten Jahr stellen wird dafür acht Millionen Euro zusätzlich bereit", sagte Doris Ahnen.
"Wenn Eltern parallel zu ihren Kindern die deutsche Sprache erlernen, verstärkt dies auf beiden Seiten die Motivation und leistet damit einen wichtigen Beitrag für die Integration in unserer Gesellschaft", unterstrich Zöllner. Er hob hervor, dass sich die Kurse nicht auf die reine Sprachvermittlung beschränkten, sondern die anderen Unterrichtsinhalte nicht minder wichtig seien.
In diesem Jahr und im nächsten Jahr stehen für das Programm "Deutsch auch zu Hause" jeweils insgesamt rund 300.000 Euro zur Verfügung.
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