Mehr Investitionen für Bildung und Ausbildung im Bereich der Neuen Medien gefordert
Der Präsident der Initiative D21, Bernd Bischoff, hat heute in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Dr. Bernd Pfaffenbach, die Neuaufstellung der Initiative D21 vorgestellt. Die drei neuen Säulen Digitale Integration, Digitale Kompetenz und Digitale Exzellenz spiegeln dabei die großen und aktuellen Herausforderungen im IKT-Umfeld wieder.
23.04.2007 Pressemeldung Initiative D21 e. V.Staatssekretär Dr. Pfaffenbach betonte die Bedeutung der IKT als Treiber für mehr Innovation, Wachstum und Beschäftigung und erneuerte das Angebot der Bundesregierung, bei der Weiterentwicklung der Informationsgesellschaft durch gemeinsame Initiativen und innovative Projekte eng mit der Initiative D21 zusammenzuarbeiten.
Daran anknüpfend wies Bischoff auf die Bedeutung von Bildung und Ausbildung im IT-Bereich hin. "Gerade im Bildungsbereich seien notwendige Maßnahmen erforderlich", so der D21-Präsident: Bildung ist und bleibt ein entscheidendes Merkmal für die Internet-Affinität der Deutschen – in einer globalisierten Informationsgesellschaft das Zukunftsthema Nr. 1.
Die deutsche Lernkultur sei aber kaum zeitgemäß, weder beim Einsatz von Lernsoftware noch bei der Entwicklung von Medienkompetenz im Unterricht. "Eine umfassende und verpflichtende Schulung im Umgang mit den neuen Medien sollte aber selbstverständlich sein – für Kinder und Jugendliche als auch für pädagogische Fachkräfte!", so Bischoff. Wer keinen oder nur begrenzt Zugang zur digitalen Welt hat, dem droht auch in der realen Welt Ausschluss und Benachteiligung! Daher warnt Bischoff vor einer Digitalen Zwei-Klassen-Gesellschaft: "Schaffen wir es nicht, die mediale Bildung flächendeckend auszubauen, wird die digitale Spaltung von heute zur sozialen Spaltung von morgen!"
Besonders alarmierend sei die Entwicklung vor dem Hintergrund des IT-Fachkräftemangels. Es gebe jetzt schon zu wenig Ingenieure und IT-Experten. "Wir können deshalb künftig auf niemanden verzichten", so der D21-Präsident. Die Fachkräfte der Zukunft benötigen IKT-Bildung. Sie ist Grundlage für Innovation und wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen. Es sei daher "geradezu fahrlässig", die "schleichende Entwicklung einer digitalen Unterschicht" zuzulassen. Um die Zukunft Deutschlands nicht zu verspielen, müssen diese Defizite beseitigt werden. Lösungsansätze im Bereich der Digitalen Kompetenz bieten die D21-Projekte "Wissen-und-Wachsen", "Attraktive Arbeitsplätze in der IKT-Wirtschaft" oder auch "Die besten Lehrkräfte für Deutschlands Schulen der Zukunft". Gleichzeitig verwies Bischoff auf die Bedeutung der Projekte aus den Säulen Digitale Exzellenz und Digitale Integration, in denen zielgruppengerecht und nutzerorientiert sowohl exzellente Vorreitertrends kommuniziert als auch die Integration von Offlinern gefördert werden. Dies betreffe beispielsweise die Sprachintegration von Personen mit Migrationshintergrund. Denn, so der D21-Präsident, nur durch gemeinschaftliches Engagement von Politik und Wirtschaft sei es möglich, der digitalen Spaltung entgegenzuwirken und eine soziale Spaltung zu verhindern.
Keine Kommentare vorhanden