VBE: Keine Arbeitsmarktöffnung auf Kosten benachteiligter Jugendlicher

"In Deutschland müssen alle Jugendlichen eine Chance auf berufliche und gesellschaftliche Teilhabe bekommen", fordert der Verband Bildung und Erziehung (VBE). In einer Resolution spricht sich der VBE-Bundesvorstand für ein gemeinsames Vorgehen von Bund, Ländern und Kommunen aus. "Deutschland kann es sich nicht leisten, zehn bis 15 Prozent eines jeden Schülerjahrgangs nur für Hartz IV zu beschulen. Deutschland braucht mehr Facharbeiter, die wir nicht durch Öffnung des Arbeitsmarktes, sondern durch Bildung gewinnen sollten."

14.09.2007 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE)

Der VBE fordert mehr Anstrengungen für die Prävention und nicht erst für die Resozialisierung. Auf dem gestrigen Bildungspolitischen Symposium des VBE hatte Bundesvorsitzender Ludwig Eckinger klargestellt, die Schule könne kein Reparaturbetrieb für die Gesellschaft sein, sie müsse aber ihren Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit leisten. "Deutschland braucht ein Bildungssystem, bei dem jede Schülerin, jeder Schüler individuell gefördert und gefordert wird", so Eckinger. Bisher verstärke das System die soziale Auslese der Schülerinnen und Schüler und zeichne damit die Chancen auf dem Arbeitsmarkt vor.

In der VBE-Resolution heißt es u. a.: "Schulen wollen individuell fördern, brauchen aber Unterstützung", unterstreicht der VBE-Bundesvorstand. Wenn benachteiligte Jugendliche an den Anforderungen des Beschäftigungssystems scheiterten und dadurch von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen würden, entstehe schleichend ein Potential an sozialem Sprengstoff. Der VBE spricht sich für einen gezielten Abbau von Benachteiligungen aus und fordert frühestmögliche vorschulische Förderung, den Ausbau von Ganztagsschulen, Unterstützungssysteme für Schulen, mehr Hilfen zur Berufseingliederung benachteiligter Jugendlicher und Unterstützung der Eltern bei ihrer Erziehungsaufgabe.


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