Vorschulpflicht und mehr Ganztagsschulen
(bikl) Für ein verpflichtendes, beitragsfreies Vorschuljahr hat sich jetzt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ausgesprochen. In seiner „Agenda für mehr Schulerfolg“ fordert der Verband außerdem, Ganztagsangebote schwerpunktmäßig an Hauptschulen auszubauen, mehr Sozialpädagogen für alle Schulen sowie Lern- und Erziehungsvereinbarungen zwischen Eltern und Schule.
11.11.2005 ArtikelJährlich, so rechnet der Verband vor, verlassen 200.000 Jugendlichen, die nicht oder nur bedingt ausbildungsfähig sind, die Schule: rund 90.000 Schulabgänger ohne jeglichen Abschluss und gut 100.000 mit einem besonders schlechten Abschluss. Dem stehe ein hoher Fachkräftebedarf der Wirtschaft gegenüber.
Unter der Überschrift „Keiner darf verloren gehen“ listet der DIHK Maßnahmen zur „deutliche Veränderungen in den schulpolitischen Rahmenbedingungen“ auf. Danach sollen Grundschulen individuelle Lernpläne für schwächere Schüler erarbeiten und die Zusammenarbeit mit den Eltern und den weiterführenden Schulen intensivieren.
Hürden fürs Sitzenbleiben
Auch sollten höhere Hürden für das Sitzenbleiben eingebaut werden. Hier müsse die Schule nachweisen, dass alle individuellen Fördermöglichkeiten ausgeschöpft worden seien.
Keine Kritik am Schulsystem
Für schulmüde Jugendliche in den Hauptschulen müssten mehr kontinuierliche Praxistage in Betrieben angeboten werden und Lehrer bräuchten mehr diagnostische Kompetenzen sowie regelmäßige Fort- und Weiterbildung. Am Schulsystem selbst rüttelt die Agenda allerdings nicht.
Mehr Steuern - weniger Ausbildung
Parallel dazu warnte DIHK-Präsident Georg Braun in der «Welt» vor der geplanten Steuererhöhung. Für viele Unternehmen würde die Situation schwieriger und weniger Umsatz hieße oft auch weniger Ausbildungsplätze.
Der vollständige Text der Agenda:
„Keiner darf verloren gehen“ – Agenda für mehr Schulerfolg (im .pdf-Format).
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